Photovoltaik: Gwirkst mit Paneelen in Groß-Enzersdorf. Wegen Bauordnungsvorschrift ist es Geschäftsmann nicht möglich, auf Photovoltaik umzusteigen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 14. Mai 2021 (03:46)
Solarpaneele Richtung Straßenfront sind nicht erlaubt, auch nicht am Geschäftslokal Alexowskys.
Kremsmayer, Kremsmayer

Geschäftsmann Wolfgang Alexowsky ist unglücklich. Er wollte auf Photovoltaik umsteigen, aber leider sind Solarpaneele bei seinem Haus im Zentrum laut Bauordnung nicht möglich. Er sehe das ja grundsätzlich ein, habe er doch selbst an der Erstellung dieser neuen Bauordnung mitgewirkt, um ein schöneres Stadtbild innerhalb der Stadtmauer zu erwirken.

„Es ist tatsächlich ein Dilemma“, sagt Grünen-Klimaschutzstadtrat Andreas Vanek. Denn dank der neuen Bauordnung im Zentrum, die helfen soll, das ästhetische Bild der Stadt einheitlich zu gestalten, sind Solarpaneele Richtung Straßenfront nicht erlaubt. Das sei angesichts des dringend angesagten Klimaschutzes natürlich kontraproduktiv. Gespräche innerhalb des Raumordnungsausschusses des Gemeinderates haben ergeben, dass die Deckung mit roten Dachziegeln nun mal stilbildend und damit unabänderlich sei.

„Groß-Enzersdorfs erhaltenswertes Kulturgut ist ohnedies schon stark geschrumpft.“ Monika Obereigner-Sivec, SPÖ-Bürgermeisterin

„Jetzt wird nach optisch besser angepassten Solarpaneelen gesucht. Hoffentlich werden die dann auch preislich kein allzu großes Hindernis darstellen“, so Vanek weiter.

SPÖ-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec steigt auf die Bremse: „Groß-Enzersdorfs erhaltenswertes Kulturgut ist ohnedies schon stark geschrumpft. Stellt euch vor, die Kirche oder der Stadtsaal bekommen rundum schwarze Paneele – oder eben der Alexowsky mitten im Zentrum.“

Aber es gebe noch viele freie Dächer, wo man investieren könne. Auch Verbundkonzepte seien anzudenken: „Der Anschluss an die Fernwärme, plus Investitionen in größere Photovoltaikanlagen im Gemeindegebiet etwa. Mit ist das Stadtbild schon noch ein Wert an sich“, meint Obereigner-Sivec.

Alexowsky hat sich nun mit seinem Anbieter auf die Suche nach Solarpaneelen im Dachziegellook gemacht und harrt der Dinge, die kommen. Verwunderlich für einige bleibt allerdings, dass ein Hausbesitzer im Stadtzentrum vor einem Jahr – einfach ohne Nachfrage (der Besitzer wollte sich dazu nicht äußern, Anm.) – umstieg und Solarpaneele montieren ließ. Von der Gemeinde kam dazu bisher keine Reaktion. Stadtamtsdirektor Karl Mitterer zeigt sich uninformiert.