Beschimpfungen? Facebook-Streit geht in zweite Runde. Elfriede Schnadt wirft VP-Stadtrat Franz Spehn vor, er habe sie vor Zeugen beschimpft. Der Politiker bestreitet dies: „Habe sie lediglich auf ihren Fehler hingewiesen.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 03. April 2020 (05:50)
Das Erzherzog-Carl-Haus, auch als Napoleon- oder Heimatmuseum bezeichnet, ist immer wieder Schauplatz von Ausstellungen, Kunstmärkten, Esoterik-Veranstaltungen und Vernissagen.
Knotz

Der in der Vorwoche ausgetragene Streit auf der Social-Media-Plattform Facebook ist noch nicht ausgestanden: Nun meldete sich Elfriede Schnadt zu Wort. VP-Gemeinderat Andreas Latschka behauptete in einem Facebook-Kommentar, Schnadt sei von der Organisation der jährlichen Ostermärkte im Erzherzog-Carl-Haus abgesetzt worden.

„Polizeieinsatz habe ich aus eigener Tasche bezahlt“

„Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe die Organisation aus eigenen Stücken abgegeben“, kontert Schnadt. Sie sei im Vorjahr mit der Pflege ihres krebskranken, bereits im Sterben liegenden Gatten und einem Bandscheibenvorfall überfordert gewesen und habe VP-Kulturstadtrat Franz Spehn deshalb mitgeteilt, dass sie den Markt künftig nicht mehr organisieren möchte. Kurz danach soll Spehn die Frau vor einigen Ausstellern beschimpft haben, weil sie vergessen hatte, beim Betreten des Erzherzog-Carl-Hauses die Alarmanlage abzustellen.

„Ich war damals übermüdet und habe auf die Alarmanlage einfach vergessen. Den Polizeieinsatz habe ich aus eigener Tasche bezahlt“, so Schnadt im NÖN-Telefonat. Jahrelang habe sie die Märkte organisiert, sich um alles gekümmert und sei immer in den Hintergrund gedrängt worden. Nur die Stadtgemeinde und die Museumsgesellschaft seien überall als Veranstalter aufgetreten. Schnadt saß vor vielen Jahren für die ÖVP im Gemeinderat und war Bezirksvertrauensfrau der Wirtschaftskammer in Hollabrunn.

„Elfriede Schnadt hatte vor einigen Jahren die sehr gute Idee, Oster- und Weihnachtsmärkte durchzuführen. Sie hat diese auch einige Jahre sehr engagiert organisiert. Dabei wurde sie von der Stadtgemeinde, der Museumsgesellschaft und von mir persönlich ganz massiv personell und werblich (Plakate, Flyer, Gemeindezeitung, Homepage, Werbebanner usw.) unterstützt“, berichtet Spehn.

Aus persönlichen Gründen habe sie dann die Organisation im November 2018 auf eigenen Wunsch abgegeben. „Ich habe sie niemals beschimpft, sondern sehr höflich darauf hingewiesen, dass dieser Fehlalarm unnötig war“, so der Stadtrat weiter. Diese Kritik habe sie scheinbar sehr persönlich genommen. Unmittelbar danach habe sie den Kontakt zu Spehn abgebrochen und sich auf Facebook von ihm „entfreundet“.