Hundepension-Betreiber nach Brand: „Bin völlig am Sand“. Hundepension-Betreiber kämpft gegen Bürokratie und mutmaßliche Betrügerin.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 21. August 2019 (05:56)
Schindler
Steht vor den Trümmern seiner Existenz: Der Mannersdorfer Günther Potocnik, der seit April 2011 in der Bezirkshauptstadt Gänserndorf eine Hundepension mit Ausbildungszentrum betreibt.

Günther Potocnik ist verzweifelt: Der Geschäftsführer der „Alles Hunde GmbH“ (Hundepension, Ausbildungszentrum und Futterhandel) in der Industriestraße kämpft mit bürokratischen Hürden bzw. Geldmangel und fühlt sich von der Behörde im Stich gelassen.

Die Misere begann in einer Nacht im Jänner dieses Jahres. Wie die NÖN damals berichtete, brannte die Hundepension aufgrund eines technischen Defekts im Sicherungskasten bis auf die Grundmauern ab. Vier Hunde starben an einer Rauchgasvergiftung, zwei konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Potocnik: „Seither bemühen wir uns um eine Bewilligung für den Wiederaufbau, was sich aufgrund der österreichischen Bürokratie aber mehr als schwierig gestaltet.“

„Ich habe kein Gebäude mehr und kein Einkommen. Leider hilft mir die Behörde überhaupt nicht.“ Günther Potocnik, Hundepension-Geschäftsführer

Dazu kommt noch, dass eine Kundin ihre vier Hunde seit vergangenem November in Potocniks Obhut hat, aber nicht dafür bezahlt. Mittlerweile sind es 17.000 Euro, auf die der Geschäftsführer wartet: „Offenbar bin ich einer Betrügerin aufgesessen. Das Problem ist, dass ich die Tiere nicht hergeben kann, weil sie rechtlich gesehen nicht mir gehören.“

Potocnik müsste die Besitzerin auf dem Zivilrechtsweg klagen, dafür fehlt ihm aber das Geld: „Ich habe kein Gebäude mehr und kein Einkommen. Ich bin völlig am Sand.“ Ohne Finanzspritzen seines liquiden Geschäftspartners wäre die Firma schon längst im Konkurs: „Leider hilft mir die Behörde, sprich die Bezirkshauptmannschaft, auch nicht.“ Im Gegenteil: Sie lege ihm sogar noch Steine in den Weg.

Feuerwehr
Im Jänner dieses Jahres brannten die Container der Hundepension aufgrund eines technischen Defekts ab.

„Ich warte seit Monaten auf eine Bewilligung für den Wiederaufbau. Ich habe schon dreimal eingereicht, jedes Mal gab es irgendwelche Beanstandungen“, so Potocnik. Was ihn weiters ärgert: Eine in die Krise geschlitterte burgenländische Tierpension bekam vom Land Burgenland eine Soforthilfe in der Höhe von 7.000 Euro. In Niederösterreich vermisse Potocnik solche Unterstützungen durch die öffentliche Hand.

Unterlagen für Bewilligung fehlten laut BH noch

Was sagt die BH zur Kritik? Ist sie pingelig und verzögert das Verfahren? Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz: „Natürlich nicht. Wir sind selbst daran interessiert, den Akt endlich abzuschließen. Leider waren die Einreichunterlagen bis jetzt nicht vollständig.“

Werden die gesetzlichen Vorlagen erfüllt, werde es für Potocnik auch umgehend die Bewilligung geben, betont Merkatz abschließend.