Mädchen-Aussprache endete mit Schlägen. „Statt zuschlagen und filmen werdet ihr euch jetzt einmal die lackierten Fingernägel abarbeiten“, meinte Richter zu Teenie-Trio.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 17. Februar 2020 (05:54)
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Gestylt und schick präsentierte sich ein Teenagertrio (15-, 16- und 17-jährig) vor Gericht. Dass es sich um keinen Laufsteg-Auftritt handelt, machte Jugendrichter Rainer Klebermaß den jungen Damen unmissverständlich klar, nachdem er sich geduldig die Problemchen der Teenager auf der Motivsuche angehört hatte. „Sie hat schlecht über mich geredet“, „Sie hat was mit meinem Ex-Freund angefangen“, bekam der Richter zu hören, warum eine 15-jährige Schülerin aus Gänserndorf eine Abreibung verdient habe.

Die Schülerin wurde unter dem Vorwand einer Aussprache zu einem Jugendtreff in Gänserndorf gelockt, dort gab es dann neben wenig damenhaften Worten Schläge von der Mannersdorferin (17) und der 16-jährigen Wienerin ins Gesicht. Die Dritte im Bunde, eine 15-Jährige aus Gänserndorf, griff zum Handy und filmte die Szenen. „Ist mir egal. Ich finde das nicht so arg“, meinte die 15-Jährige auf die Richterfrage, ob sie sich beim Opfer schon entschuldigt habe.

Jugendrichter Rainer Klebermaß verdonnerte das Teenagertrio zu gemeinnütziger Arbeit.
Hahslinger

„Dann ist es an der Zeit“, meinte der Richter – und ließ das Trio zum Entschuldigungsgang beim Opfer antreten. „Statt zuschlagen und filmen werdet ihr euch jetzt einmal die Fingernägel abarbeiten“, meinte der Richter. Er verhängte über das unbescholtene Trio Strafarbeit: je 50 Stunden für die zuschlagenden Damen, 25 Stunden für die Filmerin.