Bezirk Gänserndorf: Mistplätze sind zum Teil geöffnet. Jede Gemeinde kann selbst entscheiden, ob und wann sie ihr Altstoffsammelzentrum zugänglich macht.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 08. April 2020 (05:13)
Die Gänserndorfer Deponie ist in Betrieb, aber eingeschränkt. Es dürfenmaximal fünf Personen das Gelände betreten.
Mattes

Seit mehr als drei Wochen sind Altstoffsammelzentren und Sperrmüllplätze geschlossen – zum Schutz der Bevölkerung vor Ansteckung mit SARS-CoV-2. Annahmen wurden vereinzelt durchgeführt, illegale Ablagerungen gibt es bislang wenige. Die NÖN hörte sich in den Gemeinden um, ob und welche Problematiken dabei auftauchen.

„Es ist schwierig, zu kontrollieren, ob Ablagerungen vorgenommen werden.“Amtsleiter Gerald Geer aus Spannberg

Die größte Nachfrage gibt es beim Grünschnitt. Es ist Frühjahr, Hecken und Sträucher wurden in den letzten Wochen geschnitten – aber wohin damit? Mit der Biotonne – auch der großen – kommt man nicht weit, zumal die Abfuhr bis Ende März noch im „Winterbetrieb“ war – sprich Abholung nur alle zwei Wochen.

Amtsleiter Gerald Geer aus Spannberg: „Unser Grünschnittplatz ist grundsätzlich öffentlich zugänglich, aber derzeit gesperrt. Es ist schwierig, zu kontrollieren, ob Ablagerungen vorgenommen werden.“ Der NÖLI (Altspeiseölsammlung, Anm.) war bislang kontaktlos in einer bereitgestellten Gitterbox abzugeben, das wurde nun eingestellt. Der Grund: Es gibt keine Boxen mehr, die vollen werden nicht abgeholt.

Ähnlich schaut es in der Gemeinde Sulz aus. „Wir werden voraussichtlich den Grünschnittplatz in der Osterwoche für drei Tage öffnen, je ein Tag pro Katastralgemeinde. Es darf aber nur einzeln eingefahren werden“, betont Gemeindemitarbeiterin Melinda Pöll. Man setzt hier – wie auch in den anderen Gemeinden – auf die Disziplin der Bürger. Der Sperrmülltermin in der Vorwoche wurde abgesagt.

Bürgermeister Kurt Jantschitsch aus Bad Pirawarth erklärt: „Der Druck der Bevölkerung ist groß. Wir überlegen, ob wir vor Ostern noch aufmachen.“ Er sei allerdings gespalten – einerseits wolle er der Bevölkerung die Öffnung ermöglichen, andererseits möchte er dadurch nicht die Ansteckungsgefahr erhöhen.

Zistersdorf: Meldungen von illegalen Ablagerungen

Erfahrungen diesbezüglich konnte Bürgermeisterin Marianne Rickl aus Groß-Schweinbarth bereits sammeln. Der Grünschnittplatz war vorige Woche erstmals wieder geöffnet. „Die Menschen waren sehr diszipliniert, es durfte nur jeweils einer einfahren.“ Wahrscheinlich wird es nach Ostern wieder eine Möglichkeit geben. Die Abgabe von Altkartonagen ist kontaktlos möglich. Nach anfänglichen Problemen mit sortenfremden Stoffen funktioniert es nun gut.

Bürgermeister Helmut Doschek aus Zistersdorf hat einen provisorischen Grünschnittplatz eingerichtet. „Wir haben den alten Rübenplatz eingezäunt, die Abgabe ist bei Einhaltung der Vorschriften möglich.“ Masken sind Pflicht. Derzeit plane man, das Altstoffsammelzentrum wieder aufzumachen.

Doschek berichtet von illegalen Müllablagerungen. „Wir bekommen leider vermehrt Meldungen. Es wird alles mit Fotos dokumentiert und ausnahmslos zur Anzeige gebracht. Verursacher können mit Kostenvorschreibungen für die Entsorgung rechnen.“ Und das kann teuer werden – je nach Menge bis zu einige tausend Euro. Zusätzlich gibt es in Zistersdorf die Möglichkeit, Ergänzungsmüllsäcke für Restmüll zu erwerben, wobei von drei Säcken einen die Gemeinde bezahlt.

Seitens des Gesundheitsministeriums wurde das Aufsuchen von Sammelzentren als „Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse“ deklariert. Es liegt somit im Verantwortungsbereich der einzelnen Gemeinden, ob und wann sie ihre Einrichtungen öffnen.