Bezirk Gänserndorf: Grüne gegen Bohrungen. Grünen-Sprecherin Beate Kainz moniert, dass Unterlagen zur Errichtung von Bohrtürmen nicht präzise genug seien. OMV: „Die Details werden erst verhandelt.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 28. März 2020 (05:43)
Geplante Bohrungen stoßen den Grünen sauer auf.
OMV

Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz sind die von der OMV noch vor Ausbruch der Coronakrise angesuchten Produktionsbohrungen im Raum Gänserndorf und Prottes ein Dorn im Auge. „Auf engstem Raum sollen hier acht Bohrtürme errichtet werden. Ziemlich viel Aufwand dafür, dass nur Öl erwartet wird“, kritisiert Kainz.

Ihr fehlen genaue Angaben zur Bohrrichtung, zu den Gesteinsschichten und zur Bohrtiefe. Weiters bemängelt Kainz das Fehlen detaillierter Unterlagen, wie mit den Gasen, die ebenfalls ausströmen könnten, umgegangen werden soll. „Reines Öl wird wohl kaum hervorsprudeln“, so die Bezirkssprecherin weiter. Sie räumt ein: „Vielleicht sind die Unterlagen zu den restlichen sechs Bohrlöchern vollständig und nur diese beiden wurden vorgezogen.“

Kainz betonte gegenüber der NÖN außerdem, dass man sich über jeden im Klimaforschungswald in Matzen gesetzten Baum und über jede errichtete Photovoltaikanlage freue. All das könne aber nur als längst überfälliger und dringend notwendiger Beitrag zur CO -Reduktion angesehen werden, allerdings nicht als Freibrief für Fracking oder „ähnlich schädliche Fördermethoden“.

Konzernsprecherin Elena Menasse von der OMV betont: „Alle diese Punkte werden Teil der Verhandlungen sein.“ Das Zielgebiet sei der OMV sehr gut bekannt und es werde keine neue Formation erbohrt. Es handle sich um fünf Ölproduzenten (Bohrungen, Anm.) und drei Wasserinjektoren (bereits mitgefördertes und gereinigtes Wasser wird wieder in die Lagerstätten verbracht, Anm.). Zu eventuell ausströmenden Gasen informiert Menasse: „Begleitgase im Öl werden über die Förderleitungen in die Stationen geleitet und dort getrennt, bevor separat verpumpt und verkauft wird.“

Diese (Verhandlungen) sind aber vorerst auf unbestimmte Zeit abberaumt, nicht wegen mangelnder Unterlagen, sondern wegen der Ausgangsbeschränkungen der Regierung. Für drei Bohrungen wäre der Termin schon am 25. März gewesen, für drei weitere am 30. März. Für die beiden restlichen Bohrungen konnte das Ministerium die Kundmachungen rechtzeitig stornieren.