Mysteriöse Substanz: Rosa Schleim irritiert. Vor allem Hainbuchen sind betroffen, es besteht aber keine Gefahr. Verantwortlich dafür können Spechte sein, welche die Rinde der Bäume bearbeiten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. April 2021 (04:17)
Die weithin sichtbare rosa Substanz ist harmlos, es handelt sich dabei um Bakterien bzw. Hefepilze. Besonders zu Frühlingsbeginn ist das Erscheinungsbild auffällig.
Baumgartner

Ein ungewöhnlicher, vielleicht gar beunruhigender Anblick bietet sich derzeit Spaziergängern, die ihre Zeit im Nationalpark-Donau-Auen verbringen: Rosa Schleim scheint an manchen Bäumen herabzurinnen. Deutlich zeigt sich dieser Tage an Laubbäumen – vor allem Hainbuchen – ein Phänomen, das irritiert und doch fasziniert. Nationalparkförster Franz Kovacs von den Österreichischen Bundesforsten ist der Sache auf den Grund gegangen und berichtet: „Die weithin sichtbare rosa Substanz ist harmlos, es handelt sich dabei um Bakterien bzw. Hefepilze. Besonders zu Frühlingsbeginn ist das Erscheinungsbild auffällig.“

Der „Rote Schleimfluss“, auch „Milchfluss“ genannt, der an verschiedenen Laubbäumen, aber vor allem auf der Hainbuche vorkommt, wird hauptsächlich dort sichtbar, wo frische Verletzungen des Stammes vorhanden und diese noch nicht überwallt oder wieder aufgebrochen sind.

Vor allem Hainbuchen sind von dem interessanten Phänomen betroffen.
Baumgartner

Das Phänomen kann unter anderem durch Spechte hervorgerufen werden, die die Rinde der Bäume im Frühling verstärkt bearbeiten. Durch den hohen Saftdruck in den Leitungsbahnen, der gerade zu Vegetationsbeginn vorhanden ist, um den Blattaustrieb anzukurbeln, kommt es zu massivem Saftausfluss aus „Wunden“. Eine Gemeinschaft von diversen Bakterien und Hefepilzen besiedelt den Saftaustritt und verursacht den rosaroten Schleim. Auch wenn durch die Verfärbung die Situation für den betroffenen Baum gefährlich wirkt, liegt keine grobe Schädigung vor.