Kein Corona-Test: Deutsch-Wagramer nun im Koma. 70-Jährigem soll mehrmals ein Covid-19-Abstrich verweigert worden sein – nun Intensivstation.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. April 2020 (07:06)
Ein zu spät durchgeführter Corona-Test hatte für einen 70-Jährigen tragische Folgen.
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Schwere Vorwürfe erhebt ein Deutsch-Wagramer gegen die Mitarbeiter der Corona-Hotline 1450. Sein 70-jähriger Vater – medizinisch durch Herzinfarkt, Diabetes und eine fehlende Niere vorbelastet – klagte Mitte des Monats über grippeähnliche Symptome.

„Mehrere Allgemeinmediziner diagnostizierten eine gewöhnliche Grippe und er wurde auch dementsprechend behandelt“, so der Sohn im NÖN-Telefonat.

Trotz mehrmaliger Hinweise auf die Vorgeschichte des Vaters wäre ein Covid-19-Test immer wieder abgewiesen worden. „Schließlich verschlechterte sich sein Zustand dermaßen, dass er seit Mittwoch vergangener Woche auf der Intensivstation im künstlichen Tiefschlaf liegt. Sein Zustand ist kritisch.“

Erst im Spital sei Covid-19-Test erfolgt

Erst dort sei erstmalig eine Corona-Testung durchgeführt worden, die ein positives Ergebnis brachte. Der Deutsch-Wagramer ist der Meinung, dass man diese Situation verhindern hätte können, wenn sowohl die Ärzte als auch die Mitarbeiter der Hotline 1450 früher reagiert hätten und schon vor zwei Wochen einen Test durchgeführt hätten.

„Obwohl unsere gesamte Familie – sechs Personen und meine Mutter – regelmäßig mit meinem Vater in Kontakt stand, sollen nun laut letzter Meldung von der Hotline 1450 und der Behörde zwei Personen unserer Familie getestet werden, der Rest muss sich in Quarantäne begeben“, sagt der Mann empört.

Stefan Spielbichler von „Notruf NÖ“, der Hotline, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums betrieben wird, bedauert den Vorfall zutiefst. „Unsere Mitarbeiter bei der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 halten sich strikt an die aktuell gültigen Vorgaben und dies wird auch engmaschig überprüft.“ In diesen Vorgaben sei genau definiert, wann jemand ein Covid-19-Verdachtsfall ist.

„Diese werden durch das Gesundheitsministerium aufgrund der international anerkannten Kriterien der WHO von 1450 auch umgesetzt“, erklärt Spielbichler. Die endgültige Entscheidung, ob dann jemand getestet wird, obliege schließlich in letzter Konsequenz dem Amtsarzt der zuständigen Gesundheitsbehörde.

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