Bauer Joachim Geer: Dort, wo der Pfeffer wächst. Bauer Joachim Geer kultiviert Szechuan-Pfeffer und betritt damit Neuland.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 17. August 2019 (06:15)
Mauritsch
Joachim Geer mit einem seiner Pfeffersträucher. Die noch jungen Pflanzen sollen eine Höhe von zwei bis sechs Metern erreichen.

Geh dorthin, wo der Pfeffer wächst! – Ein Synonym, jemanden nicht sehr höflich am besten ans andere Ende der Welt zu wünschen. Nun, jetzt kommt der so Vertriebene wohl nur bis zur Pfefferplantage von Joachim Geer in der Gemeinde Spannberg.

Bis zu sechs Meter Höhe können die Sträucher erreichen, noch sind die zarten Pflänzchen im Babyalter gerade einmal kniehoch. „Ich wollte neue Wege gehen und etwas ausprobieren“, so der Jungbauer.

Rund 100 Pflanzen strecken ihre Wurzeln in den Weinviertler Ackerboden und es scheint den Neophyten zu gefallen. Schon sind die Früchte zu erkennen. „Die Körner fallen aus, nur die Schale bleibt hängen. Die wird vermahlen“, erklärt Geer.

Die erste Ernte werde wohl nur eine Pfeffermühle füllen. Doch Österreichs wahrscheinlich erster Pfefferplantagenbesitzer gibt sich zuversichtlich: „In ein paar Jahren können wir vielleicht ganz Spannberg oder sogar das ganze Weinviertel versorgen.“ Pfeffer aus heimischer Biokultur sozusagen.

Keine Verwandtschaft mit schwarzem Pfeffer

Zanthoxylum piperitum gehört zur Gattung der Rautengewächse und ist mit Zitruspflanzen verwandt, aber nicht mit dem schwarzen Pfeffer. Das Gelbholz, so die Übersetzung des Gattungsnamens, ist ein charakteristisches Merkmal der auch Bergpfeffer genannten Pflanze. Szechuan-Pfeffer findet in der asiatischen Küche ebenso Verwendung wie in der traditionellen chinesischen Medizin und soll auch antioxidantisch wirken. Der Name „Szechuanpfeffer“ leitet sich von der zentralchinesischen Provinz Sichuan ab, wo er heimisch ist und gern in der Küche verwendet wird. Der Strauch zeichnet sich durch seine Dornen aus.