Breitstetten: Eiszeit in der Obstplantage. Aufgrund frostiger Temperaturen musste Ulrike Burger ihre Apfelbäume einer Eiskur unterziehen, um sie vorm Erfrieren zu schützen. Sie erklärt, wie das funktioniert.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 05. April 2020 (06:11)
Unter der Eisschicht sind Apfelblüten vor Minusgraden geschützt. Andere Möglichkeiten, Bäume vor Frost zu schützen, sind Räuchern mit Paraffinkerzen, das Anzünden von Strohballen oder Räucheröfen.
Burger

In den TV-Nachrichten waren jüngst oft Bilder von „eingefrorenen“ Obstplantagen zu sehen. Dahinter steckt die sogenannte Frostberegnung, die Obstbauern anwenden, um ihre Bäume im Frühling, wenn diese blühen oder kurz vor der Blüte stehen, vor Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu schützen. Die NÖN ließ sich die Maßnahme von Ulrike Burger aus Breitstetten erklären.

„Spätfröste sind besonders gefährlich, da sie einen großen Teil der Ernte vernichten können“, weiß Burger: „Wir verlegen zur Frostberegnung extra Rohrleitungen mit hohen Regnern in die Plantage. Das nennt man Überkronenberegnung.“

NOEN

Wenn sie ihre Bäume regulär bewässert, verwendet sie eine fix installierte Tröpfchenbewässerung, die gezielt die Wurzel bewässert, was besser gegen Pilzkrankheiten schützt. „Wichtig ist, dass man die Frostberegnung startet, wenn die Temperatur noch leicht über 0 Grad ist, und bewässert, bis die Minusgrade vorbei und wieder Plusgrade erreicht sind“, informiert Burger.

Dadurch bildet sich eine Eisschicht über den Blüten, die wie ein wärmender Panzer wirkt: „Unter dem Eis liegt die Temperatur um den Gefrierpunkt und die Minusgrade werden nicht mehr durchgelassen. Das nennt man Erstarrungs- oder auch Kristallationswärme.“ Bei starkem Wind sei diese Methode nicht möglich.

Neben einem klassischen Marchfelder Ackerbaubetrieb hat Burger 4.000 „Bio-Umsteller“-Apfelbäume in Breitstetten. Neben unterschiedlichen Apfelsorten bietet sie auch Apfelsaft und Cider an, die unter der Marke „Alma Sissy“ direkt vermarktet werden – über ihren Hof und Bauernläden in der Umgebung.