Oberlainsitz: Hubarbeitsbühne kurz vor Markteinführung. Martin Höbarth will 2021 seine „Hubarbeitsbühne“ auf den Markt bringen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. April 2020 (05:22)
Martin Höbarth erfand diese „Hubarbeitsbühne“, die 2021 auf den Markt kommen soll. Damit erspart man sich das Leiternkraxeln und die Arbeit wird sicherer.
privat

Leiter rauf, Leiter runter – Maler, Elektriker, Innenausbauer und viele andere Handwerker können ein Lied davon singen. Geht es nach dem 29-jährigen Oberlainsitzer Martin Höbarth, könnte es dafür bald eine massive Arbeitserleichterung geben. Seine Erfindung wird gerade beim Patentamt geprüft.

„Ich habe mir schon länger Gedanken gemacht, wie man die Stehleiter aus der täglichen Arbeit verbannen könne. Es ist anstrengend, außerdem passieren damit ja auch viele Arbeitsunfälle“, erklärt Höbarth seine Beweggründe, sich mit seiner „Hubarbeitsbühne“ auseinanderzusetzen. „Einen Namen habe ich für dieses Gerät noch nicht“, schmunzelt der Erfinder.

Erfindung liegt schon beim Patentamt

Dabei handelt es sich um eine Hebebühne für den Innenbereich, die mit einem Powertool-Akku angetrieben wird, vollelektrisch per Joystick fahren und heben kann. „Das geht bis zu einer Arbeitshöhe von 3,5 Metern. Die Höchstlast beträgt 150 Kilo. Eine Person kann also auch eine Last mit in die Höhe bringen“, verrät Höbarth. Seine Hubarbeitsbühne ist ganz einfach in Einzelteile zerlegbar, jedes Teil wiegt 25 Kilo – somit sei auch der Transport zur und von der Baustelle kein Problem.

„Wir haben zu Hause immer wieder eine Baustelle, das Leiternkraxeln ist dabei unerlässlich, und da wollte ich eine Erleichterung schaffen“, meint der junge Erfinder. Im vorigen Jahr habe er intensiv getüftelt. Mittlerweile ist das Patentamt mit dieser Erfindung beschäftigt.

„Vermutlich bekomme ich in den nächsten Monaten eine Rückmeldung“, meint Höbarth, der sich das notwendige Know-how durch seine Ausbildung an der HTL für Mechatronik in Linz, durch seine Arbeit bei Hainzl Industriesysteme in Linz sowie bei der Firma Kreisel Elektrik in Rainbach bei Freistadt angeeignet hat. Sehr wichtig für dieses Produkt ist zusätzlich die Erfüllung aller sicherheitsrelevanten Anforderungen, um das Produkt gemäß den europäischen Richtlinien in Verkehr zu bringen.

Mit Ein-Mann-Betrieb in die Selbstständigkeit

Im April des Vorjahres machte sich Martin Höbarth mit seiner Firma „MH-Tec“ selbstständig und bietet Entwicklungsdienstleistungen für Geschäftskunden an. Zu den Kompetenzen zählen Hydraulik, Mechatronik und Batterietechnik. „Durch dieses Projekt haben sich auch schon einige Aufträge mit namhaften österreichischen Unternehmen ergeben – etwa die Entwicklung von sicherheitsgerichteten Arbeitsmaschinen, Industriesensoren oder Lithium-Ionen-Batteriesystemen“, verrät der Jungunternehmer. Daneben arbeitet er am Prototypen der Hubarbeitsbühne.

Dänen und Finnen sind schon interessiert

„Ich habe mich natürlich schon am Markt umgesehen. Gerade in Nordeuropa ist die Arbeitssicherheit ein viel größeres Thema als bei uns in Österreich. Ein dänischer Baumaschinenvermieter hat bereits großes Interesse gezeigt, und mit einer finnischen Firma für ‚Low-Level-Access‘ laufen Verhandlungen“, berichtet Höbarth, der seine Hubarbeitsbühne über Vermittler und den Großhandel vertreiben will. Für den Endverbraucher soll dieses Gerät maximal 5.000 Euro netto kosten.

Derzeit ist Martin Höbarth auf der Suche nach einem Partner, der seine Erfindung bauen wird: „Wünschen würde ich mir einen Partner aus der Region.“

2021 will er seine Erfindung auf den Markt bringen. Interessierte können sich bereits ein Youtube-Video ansehen, das der innovative Unternehmer ins Netz gestellt hat: www.youtube. com/watch?v=ao0orU5gHIA