Messen wieder erlaubt: „Noch Luft nach oben“. Die ersten Gottesdienste mit Gläubigen nach Corona wurden gefeiert. Die Freude bei Priestern ist groß – auch wenn mancher Platz ungezwungen leer blieb.

Von Karin Pollak. Erstellt am 21. Mai 2020 (06:05)
Die Plätze, die in den Kirchen besetzt werden dürfen, sind gekennzeichnet. In der Pfarre Gmünd-Neustadt blieben am vergangenen Sonntag nur zehn dieser Plätze frei.
Harald Winkler

Nach wochenlangem Warten fanden am vergangenen Wochenende wieder Gottesdienste mit Gläubigen statt – der Andrang war aber gering, viele der laut Verordnung schon stark reduzierten Plätze blieben leer. Trotzdem war die Freude bei den Priestern am „Schritt zur Normalität“ groß.

Verkürzte Lieder gesungen

„Wir haben es mit den Plätzen viel zu gut gemeint. Unsere Kirche war nur zur Hälfte besetzt“, betonte Pater Markus Feyertag aus St. Wolfgang. In der Wallfahrtskirche dürften 75 Personen an einem Gottesdienst teilnehmen. „Die Gläubigen, die gekommen sind, waren sehr diszipliniert. Alle hatten ihre Masken mit“, freut sich Pater Markus über den perfekten Ablauf der Gottesdienste mit allen notwendigen Maßnahmen: „Wir haben auch gesungen – zwar nur verkürzte Lieder, aber trotzdem.“

Anfangsschwierigkeiten

Für ihn waren die ersten Messen mit Gläubigen ein besonderes Erlebnis: „Wir Priester sind für das Volk Gottes da, und wenn dieses auch da ist, geht es einem besser. Außerdem ist es ein positives Erlebnis, wenn man eine ordentliche Antwort zurückbekommt.“ Für Pater Markus, der auch für die Pfarre Spital zuständig ist, sind die wenigen Gottesdienstbesucher nur „Anfangsschwierigkeiten“ gewesen, denn: „Wir haben ja noch Luft nach oben und natürlich auch nach links und nach rechts.“

„Etwas eng“ in Gmünd-Neustadt

Für Pater Georg Kaps von der Pfarre Gmünd-Neustadt war das vergangene Wochenende ebenfalls ein ganz Besonderes. „Die Begrüßung der Messbesucher war daher besonders herzlich“, so der Pater. Alles sei ordnungsgemäß abgelaufen und vor allem: „Wir mussten niemanden nach Hause schicken“, betont Kaps, auch wenn es bei der Sonntagsmesse mit 70 Messbesuchern in der für 80 Personen „zugelassenen Kirche“ schon „etwas eng“ geworden ist. Zur Vorabendmesse am Samstag kamen 50 Besucher, zur sonntäglichen Abendmesse 35. Auch die Maiandacht besuchten 25 Personen. „Es ist etwas ganz Anderes, wenn man mit Gläubigen eine Messe feiert, als die Monologe in der Hauskapelle in den vergangenen Wochen.“

Dass die Kirche von Gmünd-Neustadt zu klein werden könnte, glaubt Pater Georg nicht: „Wir haben ja auch Wochentagsmessen am Montag, Dienstag und Freitag.“

Konzentrationsübung für den Pfarrer

Für Pfarrer Rudolf Pinger, der im November 80 Jahre alt geworden ist und mit seinem Team die Pfarren Bad Großpertholz, Karlstift, St. Martin, Harmanschlag und Moorbad Harbach betreut, seien die einzuhaltenden Maßnahmen durchaus eine Art „Konzentrationsübung“. „Es ist halt etwas Neues, dass man sich vor der Kommunion die Hände desinfizieren und einen Mundschutz anlegen muss. Aber es hat alles sehr gut funktioniert“, meint der langjährige Priester.

Masken hindern am Messbesuch

In den Kirchen seines Pfarrverbandes sei ausreichend Platz: „Viele sagen mir, dass sie gerne zur Messe kommen würden, aber die Maske nicht so lange aushalten würden. Außerdem trauen sich viele noch nicht raus“, meint Pinger.