Vorbereiten auf Regelbetrieb im Impfzentrum. Rotkreuz-Sanitäter Gerald Katzenschlager soll Impfzentrum als hauptberuflicher Koordinator hochfahren.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 21. April 2021 (03:50)
Erste Koordinierungs-Sitzung für den Start im Impfzentrum: Koordinator Gerald Katzenschlager, Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Klaus Rosenmayer, Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Rotkreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Markus Hobiger, Zivilschutzverbands-Leiter René Schreiber (v.l.).
privat, privat

Reichlich Bewegung kommt ab 21. April ins Coronavirus-Impfgeschehen des Gmünder Bezirkes: Im zweiwöchigen Parallelbetrieb der „Impfstraße“ von Stadt Gmünd und des „Impfzentrums“ von Land NÖ wird allmählich der Übergang zum Regelbetrieb in dem eines Tages fixen Impfzentrum eingeleitet. Mit Gerald Katzenschlager (33) ist auch schon dessen hauptberuflicher Koordinator gefunden.

„Ich bin überwältigt von der hohen Bereitschaft, mitzuhelfen.“ Klaus Rosenmayer

Staub von gestern. Der vorwöchige NÖN-Bericht über die vorübergehende Parallelwelt mit allen Fragezeichen und heftiger Kritik von Bezirksärzte-Sprecher Christoph Preißl hat eine Menge Staub aufgewirbelt. Immerhin war einst im Zusammenwirken der Stadtverwaltung mit etlichen Organisationen ein von allen Seiten gelobter Impfbetrieb auf die Beine gestellt worden, über den dann plötzlich das Modell des Landes NÖ gestülpt wurde. Just am Erscheinungstag der Gmünder NÖN, als vom Gram der vor den Kopf gestoßenen Freiwilligen zu lesen war, machte online eine Anzeige für die „dringende“ Suche nach Personal aller Art in den NÖ Impfzentren die Runde.

„Nicht die Zeit für Befindlichkeiten.“ Aber: „Jetzt ist nicht die Zeit, um Befindlichkeiten nach außen zu tragen. Das bringt uns einfach nicht weiter“, will Bezirkshauptmann Stefan Grusch einen Schlussstrich hinter den Debatten sehen. Die Aktion habe bisher auf freiwilliger Basis hervorragend geklappt, bis zum geplanten Abschluss gegen Ende August brauche es aber noch einen langen Atem.

Grusch: „Die Abwicklung wird ein Fulltime-Job, der auch die Ferienzeit hindurch garantiert sein muss.“ Der Weg des Landes NÖ, mit Umstellung auf hauptamtliche Tätigkeit auf Nummer sicher gehen zu wollen, sei daher verständlich. Das Land hat den langfristigen Betrieb seiner Impfzentren ausgeschrieben, bis zur tatsächlichen Vergabe ist für die erste Phase der Impfzentren das Rote Kreuz für die Abwicklung zuständig. – Und das will in Gmünd in der Übergangsphase auf bewährte Kräfte der Impfstraße setzen, sagt Bezirksstellenleiter Klaus Rosenmayer: „Das Team für die erste Runde steht inklusive der Ärzte.“ Er sei „überwältigt von der hohen Bereitschaft, mitzuhelfen“.

Kaum ein Unterschied für zu Impfende. Für Impfwillige ändere sich durch den Übergang von der Impfstraße zum Impfzentrum praktisch nichts, betont Rosenmayer. Die Anmeldung läuft in beiden Fällen weiter über das Portal „impfung.at“, wobei man sich mittlerweile – sofern man binnen 30 Minuten nach Anruf bereit stehen kann – auf eine Warteliste setzen lassen kann. Ab Mittwoch können auch Angehörige der Altersgruppe 60+ Termine buchen. Und, so Rosenmayer: „Alles, was gebucht ist, findet wie angekündigt statt – egal, ob in Impfstraße oder Impfzentrum. Wir bitten aber, dass wirklich nur Menschen kommen, die einen Termin haben oder auf der Warteliste standen und von uns angerufen werden – Campieren vorm Zentrum bringt nichts, wir können ohne Termin nicht impfen.“

Bis 8. Mai Parallelbetrieb, dann soll der Turbo gezündet werden. An vier Tagen wird im Zivilschutzzentrum in der Grenzlandstraße noch die Impfstraße der Stadt Gmünd betrieben, am 21./24. April und 5./8. Mai warten 2.000 Auffrischungen. Parallel startet am 22. April die erste Runde im Impfzentrum mit etwa 350 weiteren Stichen. Die Schlagzahl soll dann sukzessive erhöht werden: Für 29. April ist die nächste Runde geplant, für 6. und 7. Mai stehen noch zwei Termine an, und am 10. Mai startet nach aktuellem Stand der Regelbetrieb im Impfzentrum.

Federführend begleitet werden soll das Hochfahren durch den lange Jahre ehrenamtlichen Rotkreuz-Sanitäter Gerald Katzenschlager, der Erfahrung in diversen Kommando-Funktionen hat: Er wurde mit 15. April als Impfzentrums-Koordinator angestellt, folgte am selben Tag der Einladung von Bezirkshauptmann Grusch zur Koordinierungs-Sitzung gemeinsam mit Rosenmayer, Rotkreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Markus Hobiger und Zivilschutzverband-Bezirksleiter René Schreiber. Grusch: Die Erfahrungen, die in Gmünd gesammelt wurden, helfen nun, die künftigen Herausforderungen zu meistern.