Gärtnereien im Bezirk Gmünd hoffen auf baldige Öffnung. In der eigentlich umsatzstärksten Zeit wurden die Gärtner durch die Coronakrise ausgebremst. Übervolle Glashäuser stehen wenigen Kunden gegenüber.

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. April 2020 (05:30)
Landesinnungsmeister der Gärtner und Floristen Thomas Kaltenböck sieht trotz allem optimistisch in die Zukunft. „Nach der Krise brauchen viele Blumen und Pflanzen.“
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Normalerweise herrscht in den Gärtnereien vor Ostern Hochbetrieb. Corona funkt aber auch den Gärtnern und Floristen dazwischen. Auch das Wetter bremst derzeit die Hobbygärtner. Darin sehen die Gärtner eine kleine Chance – jedoch nur, wenn sie ihre Unternehmen demnächst öffnen dürfen. Ein Rundblick im Bezirk.

Gesetzeslage nicht leicht durchschaubar

Was man in Zeiten der Coronakrise darf und was man nicht darf, das sei bei den Gärtnern und Floristen nicht so einfach festzulegen. „Es gibt die Bereiche Gewerbe und Landwirtschaft, die man aber nicht so einfach trennen kann. Daher bekommt man bei manchen Gärtnern Jungpflanzen und Kräuter, andere wiederum haben zu“, erklärt der Landesinnungsmeister der Gärtner und Floristen, Thomas Kaltenböck. Sein Floristenfachgeschäft in Haid bei Gmünd ist zu. „Mittlerweile ist die Abholung von Pflanzen bei gewerblichen Gärtnern nicht mehr gestattet. Bei Gartenbaubetrieben oder Produktionsgärtnereien darf das weiterhin sein“, erklärt Kaltenböck eine für Kunden schwer durchschaubare Struktur.

Pflanzenmarkt im Internet

„Der Großteil der Gärtnereien hat bereits auf Online- oder Telefonbestellungen umgestellt. Jeder, der schon Pflanzen aussetzen will, bekommt diese. Das passiert unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Maßnahmen“, betont der Landesinnungsmeister. Auch sei beispielsweise die Bepflanzung von Gräbern durch Friedhofsgärtner oder die Lieferung von Blumensträußen und Kränzen durch die Floristen weiterhin möglich.

Große Konkurrenz im Supermarkt

In Supermärkten hingegen werden neben Lebensmitteln unzulässigerweise weiterhin auch Blumenerde, Sträuße und Pflanzen verkauft“, ärgern sich Gärtner und Floristen: „Man darf nur das Lebensnotwendigste in den Supermärkten verkaufen. Blumenerde und Pflanzen gehören da nicht dazu.“

Arbeit gibt es derzeit genug

Seinen Kollegen und auch den Kunden rät der Landesinnungsmeister, sich besonnen zu verhalten. „Arbeit gibt es in den Gärtnereien im Frühling genug. Nach der Krise wollen ja alle wieder beim Gärtner und Floristen einkaufen. Da muss die Ware da sein. Es gilt jetzt: Aus der Corona-Stockstarre zu kommen und von der emotionalen auf die sachliche Ebene zu wechseln.“

„Wenn wir im April unsere Gärtnereien aufsperren dürfen, dann könnten wir die Krise mit einem blauen Auge überstehen. Wenn die Sperre bis in den Mai dauert, dann ist unsere Existenz gefährdet“ – darüber sind sich die Gärtnereien im Bezirk einig.

Lechner: „Ostergeschäft fehlt komplett.“

In der Gärtnerei Lechner in Heidenreichstein wurden die Öffnungszeiten eingeschränkt, die Mitarbeiter sind ab April in Kurzarbeit. „Das Ostergeschäft fehlt komplett. Wir hoffen auf den April und Mai, diese Monate brauchen wir für den Jahresumsatz“, betont Brigitte Lechner.

Das gilt auch für das Gmünder Unternehmen „Blumen Roland“. „Wir liefern unsere Waren im Umkreis von 15 Kilometern aus. Das rechnet sich aber nur für Bestellungen ab 50 Euro. Kleinere Bestellungen können sich die Kunden vor unserem Geschäft abholen“, berichtet Roland Kitzler.

Bis auf einen Lehrling und eine Hilfskraft wurden alle Mitarbeiter beim AMS gemeldet. „Derzeit reichen noch unsere Reserven, aber das Geschäft mit den Balkonblumen brauchen wir dringend“, meint Kitzler, der seine Ware auch in der Gmünder Markthalle anbietet.

Ware ist schon vorfinanziert

Auch in der Gärtnerei Oppel in Weitra sind die Glashäuser voll, diese Ware ist vorfinanziert. „Wir haben geöffnet, aber viele Kunden kommen nicht. Daher sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Auch das muss vorfinanziert werden“, betont Bernhard Allerstorfer. Sein Unternehmen werde die derzeitigen Umsatzeinbußen länger spüren, aber noch wird zuversichtlich in die Zukunft geblickt.

Das tut auch Gabriele Berger von der Gärtnerei Berger in Ullrichs. „Gerade in der umsatzstärksten Zeit sind wir so beeinträchtigt… Wir arbeiten intensiv weiter, wenn auch eingeschränkt.“ Verkauft wird via Mail und Telefon, in den Kaufhäusern Walenta (Kirchberg) und Bachhofner (Hirschbach). „Unsere Anträge auf Unterstützung wurden schon bearbeitet.“