Offline gegangen. Christian Polito über das Leben mit ohne Internet.

Von Christian Polito. Erstellt am 25. August 2019 (06:07)
privat

Jetzt is des ja so, dass ich in meinen Urlaub zwar hier war, aber nicht da. Neue Leser werden jetzt ungläubig schaun, aber ja, des geht.

Arvid Uhlig
Christian Polito

Wurscht.

Jedenfalls wollt natürlich jeder wissen, was man so macht, wenn man hier ist, aber eben nicht da, oder da, aber eben nicht hier.
Das Wichtigste war es, nach 20 Jahren das erste Mal für knapp 14 Tage komplett offline zu gehen. Die ältere Generation wird jetzt keine Ahnung haben, was ich da schreib, während die jüngere glaubt, dass das nur ein Gschichtl sein kann. Für die Älteren: Das Internet ist so etwas wie die Luft zum Atmen geworden, und wennst nicht atmest, dann fällst stangerlgrad um, verstehst. Für die Jüngeren: Wennst dein Internet mal für ein paar Tage komplett abdrehst, dann fällst nicht stangerlgrad um - ohne Scheieiei... - ja ich weiß, Chef Markus.

Ich habs einfach gmacht und leb noch, und gut gehts mir obendrein. Komisch wars freilich am Anfang schon, weil ich ja nix mitbekommen hab von der Welt.
Wenn jetzt also irgend ein depperter Politiker ein ur wichtiges Statement abgegeben hat, oder noch brisanter, in China ein Sack Reis umgfallen is, weiß ich garnix davon.
Am Anfang is des schon komisch, aber nach drei Tagen merkst, dass des eigentlich vollkommen wurscht is, weil’s eh is, wie’s is.
Jetzt bin ich natürlich in einer Zwickmühle, weil ich das Internet zwar nicht zum Atmen brauch, aber zum Geld verdienen, weil sich die „Luft und Liebe-Theorie“ einfach nicht ausgeht.

Jetzt hab ich eine super Idee. Wenn man hier, aber nicht da sein kann, dann müsste man auch mit „ohne Internet“ leben können.
Also schon mit, aber eben ohne, also nicht immer, verstehst. Steffi hat gsagt, dass es im Bayerischen Hof in München einen 24-Stunden-Rückmeldeservice gibt, sprich egal was is, es wird garantiert, innerhalb von 24 Stunden eine Antwort zu bekommen.

Da uns in der Edermühle für unsere Gäste das Beste gerade gut genug ist, orientieren wir uns jetzt an dieser Fünf-Sterne-Luxushotellerie-Vorgabe - wega dem mit „ohne Internet“ warats gwesen…