Ein Jahr Knast für Butter und sechs Dosen Thunfisch. Eine Pinkelpause und ein 82-jähriger Zeuge wurden einem vorbestraften Tschechen, den die Wartepause auf einen Zug in Gmünd auf blöde Ideen brachte, zum Verhängnis.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 28. Februar 2020 (22:03)
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Ein 49-jähriger Tscheche erzählte viel beim Prozess - von der Fahrt im falschen Zug, dem unfreiwilligem Aufenthalt in Gmünd, der Wartezeit auf den nächsten Zug im Park.

Er habe sich nur die Zeit vertrieben, sei herumspaziert, sei in Märkte schauen gegangen und habe dann im Park an einem Baum seine Notdurft verrichtet. Dann sei plötzlich die Polizei da gewesen und habe seine Papiere sehen wollen, erzählte er ausschweifend.

„Jetzt kommen wir endlich zur Sache. Ein aufmerksamer Passant hat die Polizei alarmiert, weil er sie beim Verstecken von Thunfischdosen und Teebutter im Gesamtwert von 59,67 Euro im Park beobachtet hat. Was sagen Sie dazu?“, konfrontiert die Richterin den Beschuldigten.

„Ich bin unschuldig…“

„Ich bin unschuldig. Ich wurde weder beim Stehlen gesehen, noch habe ich eine Tasche getragen“, wähnte sich der Tscheche in Sicherheit. Das änderte sich schlagartig bei der Zeugenaussage eines Gmünders (82): „Ich erkenne den Beschuldigten als jenen Mann, der im Park an einem Baum Dosen aus seinem Anorak fallen ließ. Wegging und dann erneut kam und wieder Sachen versteckte. Das kam mir komisch vor und deshalb habe ich die Polizei verständigt.“,

An der Zeugenaussage sei nicht zu rütteln, entgegnete die Richterin auf die weiteren Unschuldsbeteuerungen des Tschechen. Sie verhängte über den einschlägig vorbestraften Langfinger ein Jahr Gefängnis.