Erstbilanz von Tafel: Resonanz ist gewaltig. Team Österreich Tafel rettete bereits neun Tonnen intakte Lebensmittel für 370 Bedürftige vor Mülltonne.

Von Anna Hohenbichler und Markus Lohninger. Erstellt am 24. August 2019 (05:55)
Karl Tröstl
Warenaufbereitung bei der „Team Österreich Tafel“: Lukas Lintner, Dominik Mayer, Katharina Hurmer, Arab Kashlan, Markus und Claudia Hobiger, Claudia Lintner, Christoph Schattauer-Schmidt, Verena Nährer und Verena Dryje helfen Bedürftigen.

Einerseits glücklich über den Erfolg, andererseits traurig darüber, dass es so viele bedürftige Menschen gibt: Dieses Resümee zieht Christoph Schattauer-Schmidt vom Roten Kreuz nach den ersten zwei Monaten der „Team Österreich Tafel“ im Zentrum der Gmünder Neustadt. Fast neun Tonnen völlig intakte Lebensmittel wurden in der Zeit vor der Mülltonne gerettet, zusammengerechnet etwa 2.200 Personen versorgt.

Er sei in allen Belangen überrascht, bilanziert daher auch Bezirksstellenleiter Klaus Rosenmayer. „Ich hatte zuvor nicht gedacht, dass in den Märkten derart viel übrig bleibt und diese unser Projekt derart intensiv unterstützen würden“, freut er sich einerseits. Andererseits betrübt auch ihn der offensichtlich extrem hohe Bedarf nach Unterstützung in der Bevölkerung: Die Karten werden nur an Bedürftige ausgegeben und erlauben, gratis Lebensmittel bei der „Team Österreich Tafel“ am Schubertplatz abzuholen. Immerhin wurden fast 140 Berechtigungskarten ausgestellt, mit denen wöchentlich 199 Erwachsene und 170 Kinder versorgt werden können.

Dass nach teils anfänglichem Zögern derart viele Mitbürger die Hemmschwelle überwinden und die Tafel aufsuchen, ist für Rosenmayer und Schattauer-Schmidt wiederum eine positive Überraschung. Niemand solle sich davor scheuen, im Bedarfsfall um Hilfe zu bitten, betonen beide.

Auch Heidenreichsteiner Märkte helfen bereits

Auch organisatorisch sei das Projekt sehr gut angelaufen, sagt Schattauer-Schmidt. Ehrenamtliche Rot-Kreuz-Mitarbeiter sammeln jeden Samstag übrig gebliebene Lebensmittel von umliegenden Supermärkten ein, die sonst im Müll landen würden. Nicht weil sie ungenießbar sind, sondern weil sie nicht verkauft werden konnten. Schattauer-Schmidt zeigt auf: „In den neun Wochen konnten wir fast neun Tonnen Lebensmittel vor der Mülltonne retten. Zusammengerechnet wurden damit etwa 2.200 Menschen versorgt.“

Inzwischen wurde die Tour zum Abholen von Waren erweitert: Auch Supermärkte im Raum Heidenreichstein sind während der vergangenen beiden Wochen in die Route aufgenommen worden. Die Zusammenarbeit mit den Supermärkten laufe hervorragend, so Christoph Schattauer-Schmidt: „Man merkt, es liegt den Mitarbeitern am Herzen, dass die Waren nicht weggeschmissen werden, sondern Gutes getan wird.“

Das Team des Roten Kreuzes leistete bereits über 850 Stunden freiwilliger Arbeit bei der Tafel. Es sei durchaus herausfordernd, die Waren aufzubereiten, erklärt er. „Jedem Bezugsberechtigten die Möglichkeit zu geben, von allen Lebensmitteln etwas bekommen zu können, ist manchmal gar nicht so einfach.“ Die Mitarbeiter seien aber froh, „ihren Beitrag zu einer gerechteren Aufteilung leisten zu können.“