Rundumschlag von Ex-Bezirks-FPÖ-Chef Immervoll. Altobmann fragt, ob Nachfolger-Partei „total vernichten wolle“ – der zweifelt an dessen Geisteszustand.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 21. August 2019 (04:25)
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FP-Altobmann Peter Immervoll teilt auf Facebook aus. FP-Bezirksobmann Walter Hoffmann: Sache liegt beim Anwalt.

Jahrelang war Zoff unter den Freiheitlichen im Bezirk Gmünd ein Grundrauschen, unabhängig von der Zusammensetzung der oft wechselnden Parteiführung. Nachdem um Weihnachten 2017 fast die komplette FP-Basis nördlich von Schrems im Streit abtrat, hatte sich die Situation zumindest nach außen hin beruhigt.

Bis es vor wenigen Tagen ohne ersichtlichen Anlass einen gröberen Knall machte. Man wisse es nicht, ob Bezirkspartei-Chef Walter Hoffmann „die Partei total vernichten will“, wurde auf der Facebook-Seite „Patriotische Freiheit-Heidenreichstein“ – als deren Betreiber sich der Heidenreichsteiner Gemeinderat und frühere FP-Bezirksparteiobmann Peter Immervoll einst via NÖN bezeichnet hatte – gepoltert.

Dazu pikante Angaben über „angebliche“ Austritte in Hoffmanns Heimatstadt Schrems oder die Finanzlage des „angeblichen“ Obmanns der Heidenreichsteiner Gruppe. „Erfolgreiche und tüchtige Unternehmer“ hätten die Partei wegen „Intrigen und unbegrenztem Größenwahn“ verlassen, sieht Immervoll einen „heruntergekommenen Bezirk“.

„Er will uns halt einfach schlechtmachen“

Wer sowas schreibt, der müsse geistig leicht gehandicapt sein, sagt Bezirksobmann Hoffmann zur NÖN: „Screenshots der Seite sind bereits bei unserem Medienanwalt. Mir persönlich ist aber egal, was Immervoll schreibt – er will uns halt einfach schlechtmachen.“ Man habe einst gut zusammengearbeitet, dann sei Immervoll durch radikale Meldungen aufgefallen, es sei zum Zerwürfnis gekommen. „Wäre er damals nicht gegangen, hätten wir ihn rauswerfen müssen.“

Seit dem Split 2017 sei aber auch in Schrems niemand ausgetreten, selbst aus Heidenreichstein habe es sogar Rückkehrer gegeben. In Weitra, Eggern, Brand-Nagelberg und Litschau seien wie berichtet Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl 2020 gefunden, eine weitere neue Ortsgruppe sei möglich.

Immervoll beteuert auf NÖN-Nachfrage, nur Gerüchte wiederzugeben und auf die Klarstellung abzuzielen, nichts mehr mit der FPÖ zu tun zu haben. Er wolle nicht mehr darauf angeredet werden. Hoffmann sei 2016 nur von zwei Dritteln der Mitglieder als Obmann gewählt worden, habe 2018 geduldet, dass ein „blaues Bezirksvorstands-Mitglied im Landtags-Wahlkampf für die schwarze Göll (Anm.: VP-Abgeordnete Margit Göll) verteilt hat. Das sagt viel aus, genauso wie Ibiza auf Bundesebene. Wir haben uns zur richtigen Zeit verabschiedet.“

Immervoll und sein gleichnamiger Sohn besetzen die 2015 errungenen zwei Gemeinderats- Mandate der FPÖ Heidenreichstein für ihre Bürgerliste FLH, seine Facebook-Seite hat mehr Fans als die Burgstadt Hauptwohnsitzer. Mit der Gemeinderatswahl 2020 sei trotzdem Schluss, betont der Senior: „Wir haben gesehen, wie falsch Politik sein kann – egal, von welcher Partei sie betrieben wird.“

Mit den anderen Gemeinderats-Fraktionen arbeite man gut zusammen, werde das bis zur Wahl beibehalten, betont Immervoll. Und: Die Online-Seite solle weiter „jene Themen bringen, die wir für wichtig halten. Wir beanstanden jede Partei,, wenn uns etwas nicht passt.“