Start für „Hanslwald“ & „Hanslland“. Betriebsstätte von „Peter‘s Land“ gekauft: Früherer Altstadt-Wirt erweitert Haus- & Gartenservice um Ökoprojekte.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. April 2021 (05:27)
Alexander Trinko vor und in seinem „Hanslland“.
privat, privat

Der frühere Gmünder „Altstadt“-Wirt Alex Trinko hat im Vorjahr wie berichtet in den Bereich Haus- und Gartenservice umgesattelt und als Alexander Johann Trinko die Marke „Trinko Johann und Söhne“ ins Leben gerufen. Jetzt geht er den nächsten Schritt: Er startete die Ökoprojekte „Hanslwald“ und „Hanslland“.

Orte für Rares und Kostbares schaffen. Den längeren Atem der beiden Visionen braucht zweifelsfrei der „Hanslwald“ – ein angekauftes Waldstück, in dem der Großeibensteiner gemeinsam mit einem Biologen neben Obstbaum-Raritäten auch alle in Zentraleuropa verfügbaren Laubbaum-Arten ansiedeln und zugänglich machen möchte.

Für die Öffentlichkeit rascher wahrnehmbare Ergebnisse wird seine Arbeit im „Hanslland“ bringen. Trinko erwarb ein 1.400 m 2 großes Areal in der Europastraße 1 am Rande des Access-Industrial-Park in Gmünd. Peter Paffrath hatte hier ab dem Winter 2017 sein „Peter‘s Land“ ansiedeln, neben einer großen Tomatenaufzucht auch eine Verarbeitungsstätte für Paradeiser-Spezialitäten inklusive Schaubetrieb aufbauen wollen, die NÖN hat berichtet. Paffrath verlagerte seinen Fokus im Vorjahr verstärkt in den Tullner Bezirk.

Auf Basisarbeit von „Peter‘s Land“ aufbauen. Die Bezeichnung „Hanslland“ vereint nun Trinkos im Vorjahr geschaffenes Standbein mit der von Paffrath geschaffenen Infrastruktur, die unter anderem einen 30x8 Meter langen Folientunnel beinhaltet. Er nutzt das Areal folglich als Lager für seine Arbeitsgeräte und als Basis zur naturbelassenen Aufzucht von Gemüse- und Obst-Raritäten, aus der er sich einige Tonnen Ertrag verspricht. „Wir sind erst am Anfang, aber es ist einmal alles angebaut, was man so brauchen kann – die Gastro-Erfahrung hat bei der Auswahl natürlich sehr geholfen“, schmunzelt der Jungbauer: „Das Garteln hat mir immer schon Freude bereitet, es taugt mir hier total.“

Partnerwahl. Dass er mit dem Gedanken nicht alleine ist, beweist ihm die Resonanz aus den ersten Tagen, seit er ein kleines Transparent am Zaun zum „Hanslland“ angebracht hat: Er sei inzwischen mit etlichen Leuten ins Gespräch gekommen, die sich am Projekt in irgendeiner Form beteiligen wollen. Auch Besitzer von mehr oder weniger sinnvoll genutzten Ackerflächen hätten sich gemeldet. „Bevor überhaupt das Transparent gehangen ist, kam schon die Anfrage eines Großhändlers für die Abnahme der gesamten Ernte.“ Für eine Entscheidung dazu sei es noch zu früh, sagt er heute.

Ganzjähriger Betrieb als Ziel. Klar ist für ihn, dass er das Areal noch kräftig aufwerten wird: Er will Strom durch eine Photovoltaik-Anlage gewinnen und den Folientunnel durch diverse Maßnahmen bis hin zum wärmenden Komposthaufen winterfit machen, dadurch bis hin zur Aufzucht von Kiwis und Zitronen ganzjährig bewirtschaften können. Den Freibereich nutzt er unter anderem als Kräutergarten. Ebenfalls in Abstimmung mit einem Biologen hat Trinko bereits einige Obstbäume gesetzt, „allesamt alte Sorten, die auch für Allergiker geeignet sind“.

Das Leben nach dem Wirtedasein „sicher der richtige Weg.“ Die Abkehr vom Gastro-Leben mit belasteter Luft und Nachtschichten habe er noch keinen einzigen Tag bereut, blickt Alexander Trinko zurück. Im Gegenteil: „Hätte ich gewusst, welchen Spaß mir meine neue Tätigkeit machen würde, dann hätte ich den Weg viel früher eingeschlagen. Es steckt sehr viel drinnen, ist sicher der richtige Weg.“

Trotz der Arbeit bei Wind und Wetter – der Großeibensteiner hat etwa in Sachen Winterdienst durchaus einige wilde Wochen hinter sich – sei er seither wegen des gesünderen Lebensstils und der stärkeren Abwehrkräfte nicht einmal verkühlt gewesen. Insofern können zwei neue Naturprojekte gar nicht schaden.