Stephan Weißenböck erreicht Top-Platz bei NASA-Bewerb. Gmünder landete mit Uni-Trio am vierten Platz von weltweit 350 Teams.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:55)
Stephan Weißenböck.
privat

Der erste – wenn auch kleine – Schritt in Richtung Weltall ist getan: Der gebürtige Gmünder Stephan Weißenböck entwickelte mit zwei Studienkollegen ein Konzept zum Rohstoffabbau am Mond. Er schaffte damit den weltweit vierten Platz unter 350 teilnehmenden Teams eines Bewerbes der NASA.

Stephan Weißenböck hat am Gmünder Gymnasium maturiert, studiert nun an der Leobener Montanuni Maschinenbau und wollte laut eigener Aussage schon immer „etwas Technisches machen. Meine Interessen lagen schon in der Schulzeit in Mathematik und Physik“. Das scheint in der Familie zu liegen: Beide Elternteile arbeiten in technischen Berufen, der ältere Bruder studiert an der Technischen Universität in Wien.

„Für mich wäre es ein Traum, in die Raumfahrtindustrie zu gehen.“ Stephan Weißenböck hat mit seinem Spitzenplatz bei der NASA-Challenge vielleicht den ersten kleinen Schritt getan

„Für mich wäre es ein Traum, in die Raumfahrtindustrie zu gehen“, sagt Stephan Weißenböck mit Blick in Richtung Zukunft. Da trifft es sich gut, dass die NASA eine Challenge ausgeschrieben hatte.

Mithilfe einer speziellen Trommel soll Regolith (Mondstaub) abgebaut und an einen gewünschten Ort transportiert werden. Das Konzept für die Trommel galt es zu erarbeiten. „Wir haben etwas ausgearbeitet, das wir bei anderen Konzepten nicht gesehen haben.“

Nämlich: An der Außenseite der Trommel befindet sich eine Schraube, die Gestein zur Schaufel hinführt. Es wird aufgenommen, gelangt durch einen Tunnel zur Umleitung in eine weitere Schraube, die das Material schließlich abtransportiert. „Andere hatten nur entweder den einen oder den anderen Part“, erklärt er.

Halbschnitt-Modellder Abbautrommel währendder Simulation: Die Kugelnstellen den gesammelten Regolith dar. Die Trommel ist zu rund70 Prozent gefüllt.
Taschner/Höber/Weißenböck

Durch eine Ausschreibung des Vereins Leobener Maschinenbauer fand das Dreierteam zueinander. Trotzdem musste es wegen Covid-19 getrennt arbeiten. Aber: „Wären keine Ausgangsbeschränkungen, weiß ich nicht, ob ich Zeit gehabt hätte, mitzumachen.“, sagt der 22-Jährige. Eine Prüfung ist ausgefallen, die frei gewordene Zeit konnte er gut nutzen.

„Sowas sieht im Lebenslauf schon gut aus. Ich glaube zwar nicht, dass uns die NASA gleich einstellen wird, aber es war eine gute Erfahrung.“ Basis für seine Bachelor-Arbeit ist die Abbautrommel jedenfalls. Er habe gelernt, wie man an Projekte wie dieses herangeht und „mit Problemen umgeht, bei denen man denkt, sie wären unlösbar, die aber dann doch zu schaffen sind.“

Mit ihrem Konzept schafften sie es auf den vierten Platz von insgesamt 350 teilnehmenden Teams. „Anfangs habe ich es nur als Projekt für uns gesehen und nicht damit gerechnet, dass wir überhaupt unter die Top-10 kommen“, bleibt er bescheiden.

…und vielleicht auch der eigene Flug ins Weltall

Stephan Weißenböck ist im sechsten Semester. Der Bachelor-Abschluss liegt in greifbarer Nähe, die Planung geht schon in Richtung Master-Studium – in das er mit einem Auslandssemester starten will. Jänner 2021, USA – soweit der Plan. Wenn das Coronavirus ihn nicht doch noch durchkreuzt. Dass sich auch der Bachelor-Abschluss durch Covid-19 verzögert, hofft er nicht: „Es könnte sich 2020 noch ausgehen.“

Bei der Ferne des Weltraumes scheint die Heimatstadt Gmünd umso näher: „Je länger ich weg bin, desto mehr kann ich das Waldviertel schätzen.“ Maschinen zu konstruieren, die der Analyse des Alls dienen, und ein Job bei der ESA oder NASA bleiben dennoch sein Ziel.

Und vielleicht auch der eigene Flug ins Weltall.