Streit im Rausch: „Des sagt ma halt so im Waldviertel“. Nüchtern gute Bekannte, werden zwei Mietshausbewohner im Rausch zu Streithanseln.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 05. Juni 2020 (06:04)
APA (Symbolbild)

„Beide sind die friedlichsten Leute, wenn sie nüchtern sind. Haben sie was getrunken, geht es rund, wenn sie zusammentreffen“, erzählt ein Waldviertler das Verhalten zweier Mietshausbewohner vor Gericht: Bedrohungen wie „I schlag da den Schädel ein!“, würden durchs Haus hallen.

„Des sagt ma halt so im Waldviertel, wenn man verärgert ist. Des is do net ernst gemeint“, beteuert der Beschuldigte (41) aus Gmünd und sieht in derartigen Äußerungen keine Drohung. „Er hat mi öfters provoziert. So hat er mir am 12. November gedroht, dass er mir eine schnalzen wird, die Eingangstür blockiert und mi net ins Haus lassen. Des kann i ihnen auf einem Video beweisen“, zeigt er das per Handy aufgenommene Bedrohungsszenario. Der Gegenspieler, das vermeintliche Opfer, räumt Verbalattacken ein: „Klar hast Angst, wenn er betrunken ist, ist er unberechenbar.“ Darauf der Beschuldigte: „Wir sind beide nicht schuld, das ist der Alkohol.“ – „Na, dann verurteilen wir den Alkohol“, spricht die Richterin den Beschuldigten nach dem Beweisverfahren vom Vorwurf der gefährlichen Drohung frei: „Milieubedingte Unmutäußerungen…“