Sole-Felsen-Welt in Gmünd: Auch Sauna wieder offen. Nach Restaurant, Bad und Hotel öffnet nun auch Herzstück des Leitbetriebes. Der Juni war zäh, aber zufriedenstellend.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:59)
Hoher Besuch zur Einstimmung auf die Wiedereröffnung der Saunalandschaft in der Sole-Felsen-Welt: Geschäftsführer Bernhard Strohmeier begrüßte Abgeordnete Margit Göll, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (v.l.), Landesrat Martin Eichtinger, Abgeordnete Martina Diesner-Wais und Bundesministerin Karoline Edtstadler (v.r.).
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Was es heißt, einen Betrieb sprichwörtlich wieder „hochzufahren“, das erlebt derzeit das wichtigste Tourismus-Ziel der Region: In der Sole-Felsen-Welt in Gmünd müssen nach dem Shutdown im 14. Betriebsjahr Hand in Hand mit Lockerungen der Corona-Maßnahmen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um den Motor ins Laufen zu bekommen. Große Hoffnungen liegen am Neustart der Saunawelt mit 1. Juli.

Bereits wieder dreistellige Menü-Zahlen im Wintergarten

Am besten ist das Hochfahren bisher im À-la-carte-Restaurant gelungen, das zwei Wochen vor Hotel und Bad wieder geöffnet werden konnte. „Die Situation hat sich hier inzwischen stabilisiert, wir kommen im Schnitt wieder auf 90 bis 100 Mittagessen pro Tag“, berichtet Geschäftsführer Bernhard Strohmeier. Auch Buchungen für Feiern würden stark zunehmen, bis Oktober sind demnach bereits elf Hochzeits-Gesellschaften für den Wintergarten vorgemerkt, aus aktueller Sicht sind sieben definitiv auf 2021 verschoben.

Erster Monat im Bad: Im Schnitt 350 Gäste

Im Sole-Felsen-Bad selbst schaukeln die Wogen noch wesentlich unspektakulärer. „Die erste Woche war wirklich zäh. Inzwischen ist die Entwicklung relativ gut – allerdings auf einem Niveau aus den Anfangstagen“, spricht Strohmeier von etwa 350 Badegästen pro Tag im Durchschnitt des ersten Monats nach der Neueröffnung am 29. Mai: „Das ist nicht viel, aber auch nicht schlecht dafür, dass die Saunawelt noch geschlossen war.“ Am Wochen ende um den 20. und 21. Juni wurden insgesamt sogar etwa 1.100 Gäste pro Tag registriert.

„Juni hat Wichtigkeit der Saunawelt eindeutig aufgezeigt.“

Kostendeckend sei der Betrieb allerdings noch nicht wieder möglich, vor allem auch im Sole-Felsen-Hotel. Hier hat sich die Auslastung laut Geschäftsführer Strohmeier im ersten Monat bei etwa 20, an guten Tagen bei 30 Prozent, eingependelt. – Die Hoffnung liegt für Bad und Hotel am 1. Juli, an dem nach dreieinhalb Monaten erstmals wieder in den Schwitzkammern eingeheizt wird: Gmünd ist weit über die Region hinaus für seine Saunalandschaft mit der hohen Dichte an geführten Aufgüssen bekannt.

„Wie wichtig die Sauna für die gesamte Sole-Felsen-Welt ist, das hat der Juni eindeutig aufgezeigt. Wir haben derzeit wahnsinnig viele Anfragen auch für das Hotel – aber fast ausschließlich alle unter dem Aspekt, dass die Sauna offen hat“, sagt Strohmeier. Durch den Ausblick auf den Sauna-Neustart tendiere die Buchungslage im Hotel für den Hochsommer immerhin schon zur 50-prozentigen Auslastung.

Sauna-Start: maximal 300 Gäste, Option auf Parallel-Aufgüsse

Zum Start dürfen entsprechend der Richtlinien maximal 300 Personen zugleich in die Saunawelt, das Drehkreuz kann diese Deckelung gewährleisten. Die Panoramasauna als größte Schwitzkammer darf unter Wahrung der Abstandsregeln von maximal 55 Personen zugleich genutzt werden, die kleinen Innensaunen von maximal 20 bis 25 Gästen.

Gestartet soll bereits mit dem normalen Sommer-Aufgussplan werden. Wenn für einen Aufguss nicht alle Interessierten Platz finden, dann will Strohmeier flexibel reagieren: „Wir schieben in solchen Fällen Parallel-Aufgüsse ein. Wir wollen gewährleisten, dass unter Wahrung des Sicherheits-Abstandes jeder einen Aufguss laut Plan haben kann, der ihn möchte.“

Hohe politische Aufmerksamkeit

Die überregionale Bedeutung des Unternehmens mit 185 Beschäftigten, im Vorjahr 381.000 Thermengästen und 49.000 Hotel-Übernachtungen untermauerte das rege Treiben im ersten Monat nach dem Neustart am Beckenrand: Nach Stadtführung, Nationalrats-Abgeordneter Martina Diesner-Wais und Landesrat Jochen Danninger (Tourismus, Sport, Wirtschaft) informierten sich vorige Woche auch Europaministerin Karoline Edt-stadler und Landesrat Martin Eichtinger (Wohnen, Arbeitsmarkt, Europa, Regionalpolitik) vor Ort über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Gmünder Leitbetrieb.