Jobs erhalten: Solebad, Talkner, Kammerer in Kurzarbeit. 584 Einwohner aus dem Bezirk Gmünd verloren im März laut AMS ihren Job. Mehrere Tausend Jobs blieben dank Kurzarbeit trotz Coronakrise erhalten: Kur-, Reha- und Tourismusbetriebe machten den Anfang, Leitbetriebe wie Leyrer+Graf und Elk folgten. Inzwischen sind auch die Baufirma Talkner, das Granitwerk Kammerer oder die Sole-Felsen-Welt in Kurzarbeit – wobei Letztere bereits Pläne wälzt, wie die Zeit sinnvoll genutzt werden könnte.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. April 2020 (20:44)
Oh sole mio! Gähnende Leere vor der Gmünder Wellness-Oase aufgrund der vorübergehenden Betriebsschließung wegen Covid-19.
Markus Lohninger

In der Sole-Felsen-Welt, die am 16. März den Betrieb vorübergehend einstellen musste, ist die 185-köpfige Belegschaft trotz absoluten Stillstandes geschlossen in zehnprozentiger Kurzarbeit. „Wenn möglich, werden Mitarbeiter aber natürlich frühzeitig wieder normal beschäftigt“, betont Geschäftsführer Bernhard Strohmeier. Die Sole-Felsen-Welt startete zur Überbrückung der Pause eine 20-%-Gutschein-Aktion über den Online-Shop. 

Mit neuen Duschen neu durchstarten?

Wenn möglich, soll der Leerstand zur Sanierung der Zirbensauna, zur Revision des Sportbeckens und zum Neuaufbau der Duschen im Bad genutzt werden. Die beiden letzten Punkte wären ansonsten ohnehin massive und kostspielige Eingriffe in den laufenden Betrieb. Seitens der beteiligten Firmen sei, so Strohmeier, größtenteils bereits das Okay für die Arbeiten da.

Talkner: 160 in Kurzarbeit

Rückwirkend mit 16. März meldete die Heidenreichsteiner Baufirma Talkner 160 Beschäftigte zur Kurzarbeit an, davon betroffen ist auch der Bürobetrieb. 50 Arbeiter waren laut Geschäftsführer Christian Gaugusch noch nicht aus dem Winter zurück, sie sollen bei Bedarf im bestehenden Modell aufgenommen werden. Baustellen – die Auftragsbücher sind laut Gaugusch voll – werden, wenn gewünscht, abgearbeitet. Der Baumarkt ist geschlossen, für Heimwerker werden aber Bestellungen ausgeliefert.

Granitwerk „auf Sparflamme“

Beim Coronavirus beißen auch hartgesottene Schremser auf Granit: Das Granitwerk Kammerer, das für die Prachtstraßen Österreichs von der Mariahilfer Straße über die Rotenturmstraße, den Stephansplatz, Salzburgs Getreidegasse oder die Landhausgasse in Graz Waldviertler Granit bricht und veredelt, hat alle 60 Mitarbeiter auf Kurzarbeit umgestellt. Dank der Option müsse keiner um den Job fürchten, sagt Geschäftsführer Rudolf Kammerer: Aufträge werden in den weitläufigen Hallen und am 25ha großen Steinbruch-Areal in unterschiedlich besetzten Wochenschichten abgearbeitet. Sieben tschechische Mitarbeiter dienten ihre Stunden ab, mussten trotz Grenzschließung nicht arbeitslos gemeldet werden.