Ein Baum für alle im Bezirk Gmünd. In Zeiten des Lockdowns: Einziger öffentlicher Maibaum des Bezirkes Gmünd soll in der Bezirkshauptstadt stehen – und allen Einwohnern im Bezirk gewidmet sein.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. April 2021 (03:50)
Nicht aus einem anderen Jahrhundert, sondern aus 2019 stammt das Bild vom Maibaumaufstellen am Schubertplatz in Gmünd. Heuer wird dort der einzige offizielle Maibaum des Bezirkes aufgestellt – ganz ohne Feiern.
Harald Winkler, Harald Winkler

Der 1. Mai wird auch im zweiten Jahr nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ohne Feiern mit Musik, Ansprachen, Tanz und traditionellem Maibaum-Aufstellen mittels „Schwoabler“ ins Land ziehen. Aber: In Gmünd-Neustadt wird, symbolisch für alle 21 Gemeinden des Bezirkes, ein gemeinsamer Maibaum aufgestellt.

Maibäume in Zeiten der Kontakt-Einschränkungen. Wo das Problem liegt, das hatte Bezirkshauptmann Stefan Grusch schon im Vorjahr gesagt: „Wenn in einem Ort zwei Leute einen Baum aufstellen, sind es im nächsten fünf, und im übernächsten steht vielleicht auch die Bierkiste daneben.“ Heuer kamen Virusmutationen mit teils hoher Infektiosität hinzu, das Land befindet sich im Lockdown, Veranstaltungen sind strikt untersagt. Gestattet ist in Niederösterreich nur das Zusammentreffen von Personen eines Haushalts mit einer Person eines anderen Haushalts. Das Aufstellen von Maibäumen an sich sei nicht verboten, sagt Grusch nun, natürlich dürfe das im Rahmen der Vorgaben in Privatgärten erfolgen.

Schwieriger wird es im öffentlichen Raum. Dort seien Maibäume im Regelfall eben auch Orte der Kommunikation an zentralen Plätzen, beteuert der Bezirkshauptmann, „genau dafür werden sie aufgestellt, aber genau solche Orte sollten derzeit nicht geschaffen werden.“ Daher habe man sich im Zuge einer Videokonferenz mit allen 21 Bürgermeistern des Bezirkes darauf geeinigt, heuer lediglich einen einzigen Maibaum aufzustellen, der symbolisch für den gesamten Bezirk stehen soll.

Aufstellen „ganz unspektakulär“ durch Bauhof-Mitarbeiter. Gmünds Bürgermeisterin Helga Rosenmayer freut sich über diese Lösung, nachdem der vorbereitete Maibaum im Vorjahr letztlich gar nicht in die Höhe gezogen werden durfte. „Das Aufstellen wird ganz unspektakulär am 30. April mittels Kran und Mitarbeitern unseres Wirtschaftshofes – in deren Arbeitszeit – erfolgen“, kündigt sie an. Die Tafel des Maibaums am Schubertplatz soll demnach ganz förmlich „allen Bürgerinnen und Bürgern des Verwaltungsbezirkes Gmünd“ gewidmet werden.