Gerichtsurteil: Angeklagter soll sofort Geld abheben. 50 Euro blieb ein Litschauer dem Gericht schuldig. Der Richter schickte ihn dafür zum nächsten Bankomaten.

Von Karin Pollak. Erstellt am 22. Februar 2020 (05:11)
Symbolbild
Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Wegen nicht bezahlten 50 Euro saß ein 62-jähriger Arbeitsloser am Bezirksgericht Gmünd. Den Betrag hatte der Angeklagte „übersehen“.

Im Juni beschädigte der Arbeitslose die Haustür eines Litschauers. Er schlug die Türverglasung ein, die Sachbeschädigung wurde angezeigt. „Ich bekenne mich schuldig, habe mich für den Schaden entschuldigt und 100 Euro Schadensersatz geleistet“, meinte der Litschauer. Außerdem habe er auch jene Strafe für die Beleidigung der damals tätigen Polizeibeamten beglichen. „Sie haben im Juni eine Diversion für diesen Vorfall angeboten bekommen, nur die 50 Euro Pauschalkosten haben sie nicht bezahlt, deshalb sitzen sie heute hier“, betonte der Bezirksrichter.

Völlig verdattert gab der Beschuldigte zu, dass er diese Forderung übersehen habe: „300 Euro habe ich bezahlt, ebenso die 100 Euro Schadensersatz. Von den 50 Euro habe ich einfach nichts gewusst.“ Der Bezirksrichter zeigte sich gnädig und bot dem Litschauer die Einstellung des Verfahrens an, wenn er die offenen 50 Euro gleich bezahlen würde. „Ich habe aber nur 40 Euro dabei“, so der Litschauer kleinlaut.

Die Verhandlung wurde unterbrochen, damit der Angeklagte zum nächsten Bankomaten gehen und das fehlende Geld beheben konnte.

Eine Probezeit von zwei Jahren verhängte der Richter dann noch dem Arbeitslosen.