Direktanmeldung bei Ärzten im Bezirk Gmünd. Impfwillige können sich direkt beim Hausarzt für Corona-Impfung melden. Es gibt Johnson-Impfstoff.

Von Karin Pollak. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:36)

NÖN: Ab dieser Woche gibt es nur mehr das Impfzentrum und keine Impfstraße in Gmünd mehr. Bringt das Änderungen für die Bevölkerung?

Bezirksärztesprecher Christoph Preißl: Die Corona-Impfungen wurden ja aus den Ordinationen in die Impfzentren verlegt, aber es war klar, dass wir nur gemeinsam, sprich parallel, die Bevölkerung rasch durchimpfen können. Alleine schafft das niemand. Daher wird jetzt, neben dem Impfzentrum, die Möglichkeit geschaffen, dass jene Ärzte, die das wollen, direkt den Impfstoff Johnson & Johnson bestellen können und sich die Impfwilligen auch direkt in diesen Ordinationen zur Impfung anmelden können. Das stellt vor allem ein Service für jene dar, die sich nicht über das Internet zur Corona-Impfung anmelden können oder wollen.

Gibt es dazu überhaupt ausreichend Impfstoff?

Wir sollten ab Juni eine große Menge an Impfstoffen erhalten. Bis dahin wird es aber auch Lieferungen geben. Fix sein sollte der Impfstoff für jene, die in den nächsten Wochen ihre zweite Astra-Zeneca-Impfung in den Ordinationen erhalten werden. Ob es noch Neuimpfungen mit Astra-Zeneca geben wird, weiß ich nicht. Das liegt aber an den Lieferengpässen bei dieser Firma.

Die Impfstraße in Gmünd ist also Geschichte. Wie läuft die Organisation in den Impfzentren, die ja jetzt doch nicht das Rote Kreuz, sondern das Land Niederösterreich selber betreibt?

Ich möchte noch einmal betonen, dass die Gmünder Impfstraße extrem gut organisiert war und dort auch sehr gut gearbeitet worden ist. Alle Beteiligten haben ihr Bestes gegeben. Nur einmal mussten Impftermine mangels Impfstoff verschoben werden. Der Grund dafür lag aber nicht bei uns. Wir haben den dafür schon vorhandenen Impfstoff „verborgt“ und trotz schriftlicher Bestätigung leider nicht mehr zurückbekommen. Wie die künftige Organisation des Impfzentrums genau aussehen wird, wissen wir noch nicht. Aber es dürfte die bereits bewährte Struktur bleiben, die vermutlich etwas modifiziert werden könnte. Die Fäden laufen bei der Bezirkshauptmannschaft zusammen. Das ist eine gescheite Lösung, denn hier gibt es alle Informationen in Sachen Corona-Pandemie.

Die Bevölkerung kann mit einem „Gelben Pass“ und dann mit dem „Grünen Pass“ sich das Freitesten für körpernahe Dienstleister oder Gastronomie ersparen. Wie läuft das ab?

Mit den „Gelben Pässen“ dürfte es eng werden, aktuell gibt es nämlich keine mehr. Aber im Elektronischen Impfpass sind die Corona-Impfungen auch eingetragen. Dazu hat eigentlich jeder Zutritt, aber wie genau das ablaufen kann und soll, ist gerade im Entstehen. Ich appelliere, wie schon so oft, an die Bevölkerung, einfach Ruhe zu bewahren und bitte kein Tohuwabohu in den Ordinationen auszulösen, weil alle hinstürmen und sich einen Impfpass holen wollen. Es ist besser, einmal abzuwarten, was der Gesetzgeber genau will und das auch bekannt gibt. Erst dann sollte man die erforderlichen Schritte setzen. Alles andere wäre wie ein „Fahren im Nebel mit zu hoher Geschwindigkeit“.