Die Gastronomie im Bezirk Gmünd sperrt wieder auf. Nach über sechs Monaten des Lockdowns öffnen Gastronomie und Hotellerie Mitte Mai. Was die Wirte aus dem Bezirk dazu sagen.

Von Franz Dangl, Karin Pollak und Anna Hohenbichler. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:42)
Vorfreude ist groß: Martin Tauber vom Motorfun B30 und seine Wirte-Kollegen bereiten sich auf die Gastro-Öffnungen vor.
F. Dangl, F. Dangl

Pünktlich zur Spargel- und Maibock-Saison öffnen die Gastronomiebetriebe nach über sechs Monaten des Lockdowns ihre Türen, auch die Hotellerie startet wieder. Das Datum, auf das viele Unternehmer und Gäste gleichermaßen gewartet haben, ist aktuell der 19. Mai. Die NÖN hörte sich in den Gaststuben des Bezirkes um.

Den Gästen Sicherheitsgefühl geben

Darauf werde besonders am Anfang der Fokus liegen, betont Wirtesprecherin Doris Schreiber: „Jeder Gast kann sich sicher fühlen. Ich glaube, das ist momentan das Wichtigste.“ Immerhin: Ganz neu sei das Ausarbeiten von Sicherheitskonzepten für die Gastronomen nicht.

Die Mitarbeiter-Situation sei in manchen Betrieben heikel, meint sie: „Ich konnte alle halten, bekomme im Sommer sogar drei Praktikanten. Aber in anderen Gastronomiebetrieben ist das eine große Herausforderung.“ Manchmal hätten Mitarbeiter von sich aus den Job wechseln müssen – um Geld zu verdienen und ihre Existenz zu sichern. Das sei zwar schade, müsse man aber verstehen.

Hauptgeschäft am Litschauer Stadtplatz im Freien

In der Schrammelstadt hofft Leopold Hofbauer vom Gasthaus Kaufmann auf gutes Wetter: Sein Lokal habe zwei Gastgärten, das Hauptgeschäft finde in der warmen Jahreszeiten im Freien statt: „Wir sind für den Sommer aber recht zuversichtlich.“

Das Team hat er durch die Kurzarbeit behalten können. Aktuell ist er sogar auf der Suche nach einem Koch. „Wir sind momentan voller Euphorie und von betrieblicher Seite startbereit.“ Ein Fragezeichen stehe hinter den Tests, die Zeiten in der Litschauer Teststraße könnten knapp werden.

Heidenreichsteiner Gastronom will Highlights setzen

Groß ist die Vorfreude auch bei Martin Tauber vom „Motorfun B30“ in Heidenreichstein: „Wir haben die Schließung dazu genutzt, unser Gastro-Konzept zu überarbeiten. Durch das Angebot eines täglichen Menüs haben wir ab dem Neustart durchgehend geöffnet, das Essen kann aber weiterhin abgeholt werden.“

Neben Musikveranstaltungen sind auch Themenabende mit diversen kulinarischen Spezialitäten geplant. Für die Schirmbar in Litschau, die Tauber ab heuer betreibt, sind auch einige Termine angesetzt – sofern das Wetter mitspielt.

Schremser Wirtin: „Paar Stammtische haben wir noch.“

Es sei nun eine große Umstellung zum regulären Gastro-Betrieb, erzählt „Waldviertler Sepp“-Wirtin Maria „Lilly“ Trinkl aus Schrems. Das gelte auch für die Gäste: „Es braucht Zeit, die Gewohnheiten nach sechs Monaten umzustellen. Man muss abwarten, ob es läuft wie vorher. Wir sind selbst sehr gespannt – und ein bisschen nervös“, gesteht sie.

Wie das Kontrollieren der Tests erfolgt, sei noch nicht ganz klar. Dass sich die Gäste schon aufs Wirtshaus freuen, steht für sie aber außer Frage. „Die Männer sind froh, wenn sie wieder Kartenspielen kommen dürfen“, lacht sie: „Ein paar Stammtische haben wir zum Glück ja noch.“

Schon erste Reservierungen im „Stern“

„Wir sind vorbereitet, werden unsere Gäste in neuen Uniformen betreuen“, sagt Christian Kolling vom Hotel „Stern“ in Gmünd. Der Mitarbeiterstand wurde um zwei erhöht und beläuft sich jetzt auf 21. Der ehemalige Heurige wird ab Ende Mai zum „Stern-Pop-Up-Garden“ mit kulinarischen Specials. „Es wird Burger, Pizza, Waldviertler Schmankerl und vieles mehr geben“, verrät er.

Für Hotel und Restaurant gebe es bereits Reservierungen: „Im Mai sind wir an einigen Tagen ausgebucht. Man merkt, dass die Leute raus wollen, die erforderlichen Tests sind da egal.“

Vorfreude motiviert das „Hopferl“-Team

Von vielen kleinen Schritten vorm Hochfahren des Betriebes spricht Josef Hag vom „Stadtwirtshaus Hopferl“ in Gmünd: „Grundsätzlich bereiten wir uns aber so vor, wie wir es immer machen, wenn wir am nächsten Tag aufsperren.“ Die Vorfreude der Gäste steckt an: „Beim Abholen des Essens erzählen viele, dass sie sich aufs Gasthaus freuen. Wenn man diese Vorfreude merkt – das ist schon schön.“ Und das zeige auch, wie wichtig die Wirte und ihre Lokale eigentlich sind. Die Hopferl-Mitarbeiter waren laut Hag in Kurzarbeit. Weil: „Wir wollen die gewohnte Qualität anbieten. Da braucht es Personal, das sich gut auskennt.“

Sole-Felsen-Welt: Hotel zu Pfingsten ausgebucht

 Bernhard Strohmeier und sein 18-köpfiges Team in der Sole-Felsen-Welt sehnen den 19. Mai herbei. Es freue ihn, dass alle Mitarbeiter den Lockdown überstanden haben: „Wir brauchten niemanden zu kündigen. Fünf Kollegen haben aus eigenem Wunsch das Haus verlassen. Ich bin froh, dass es nicht mehr waren.“

Restaurant, Wintergarten und Hotel werden geöffnet. „Nach jetzigem Stand dürfen aber nur 250 Gäste das Bad nutzen, darunter sind auch die Hotelgäste – und das Hotel ist zu Pfingsten und darüber hinaus ausgebucht“, erklärt er die Situation im Bad für externe Gäste.

Auch Brauhotel Weitra ist schon gerüstet

 „Die vielen Anfragen und Buchungen stimmen uns sehr positiv. Wir freuen uns wirklich darauf, dass wir unsere Gäste endlich wieder verwöhnen dürfen“, sagt Moorheilbad Harbach-Prokuristin Viktoria Magenschab, die auch für das Brauhotel Weitra zuständig ist.

Dass die notwendigen negativen Covid-Tests Gäste von einem Besuch abschrecken könnten, glaubt sie nicht: „Ich bin überzeugt, dass die Freude über einen Gasthausbesuch oder Urlaub bei uns überwiegt.“

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