Neuer Wirbel um Ende der Postämter. Weiter Wirbel um Post-Schließungen in Weitra und Schrems. Post will Pläne durchziehen, bestätigt mögliche Postpartner.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 01. April 2020 (05:54)
Landtagsabgeordnete Margit Göll (ÖVP): „Fadenscheinige Argumente!“ (links)
Schremser Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ): „Überlegen weitere Schritte.“ (rechts)
NOEN/Archiv

Die Coronakrise schiebt die Debatte um die Postschließungen in Schrems und Weitra auf die lange Bank. Umwandlungen in Post-Partner werden derzeit nicht umgesetzt, sagt Post-Sprecher Michael Homola auf NÖN-Nachfrage. Ein Zeithorizont sei schwer abzuschätzen. Auch weil die Regulierungsbehörde die Schließung noch nicht bestätigt hat. Die Post, so Homola, gehe davon aus, dass dies über kurz oder lang geschehen werde.

Gemeinsamer Brief an Pölzl

Mittlerweile schwindet auch bei den Kämpfern gegen die Schließung langsam die Hoffnung. In einem Brief wandten sich Landtagsabgeordnete Margit Göll, die Bürgermeister Patrick Layr (Weitra, VP) und Karl Harrer (Schrems, SP) an den Vorstandschef der Post AG, Georg Pölzl, mit der Bitte, die Schließung der Postämter noch einmal zu überdenken – diese seien „zentrale Anlaufstellen in den Ortszentren und wichtig für die Nahversorgung und Kommunikation“, was sich auch jetzt in Coronazeiten zeige, heißt es im Brief.

Landtagsabgeordnete Margit Göll (ÖVP): „Fadenscheinige Argumente!“
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„Als Antwort kam, nicht einmal von Pölzl selbst, die Postämter seien nicht wirtschaftlich, würden geschlossen. So quasi, wir sollen endlich Ruhe geben“, ärgert sich die Abgeordnete – auch über das von der Post ersatzlos gestrichene Gespräch mit Göll und Layr. „Das sind fadenscheinige Argumente. Wir müssen uns immer rechtfertigen, dass Menschen aus dem Waldviertel abwandern. Aber wenn uns alles genommen wird, dann ziehen natürlich Leute weg…“

SchremserBürgermeister Karl Harrer (SPÖ): „Überlegen weitere Schritte.“
NOEN

Den Kampf möchte man noch nicht aufgeben. „Wir überlegen uns gerade weitere Schritte“, so Harrer, der auf einen eigenen Brief an die Post keine Reaktion bekommen habe. Auch Layr beteuert, sich weiterhin für den Erhalt der Post einzusetzen. Gleichzeitig betont er, „das Bestmögliche aus der Situation“ machen zu wollen. Das sei im Fall der Schließung ein Postpartner in der Altstadt. Diesbezüglich sei alles auf Schiene, sagt Layr.

Namen potenzieller Postpartner

Wann umgesetzt werden könne, sei wegen Corona nicht abschätzbar, erklärt Homola, der mittlerweile drei seit Wochen kursierende Namen (Walala in Weitra, Drogerie Fürnkranz und Expert Hörmann in Schrems) als mögliche Postpartner bestätigte. Ehe diese nicht umgesetzt sind, dürfen die Postämter nicht geschlossen werden.