Schremser wird oberster Tierarzt. Gemeinsame Wahlliste für Tierärztekammer in NÖ: Bernhard Kammerer wird Heinz Heistinger als Präsident ablösen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 21. April 2021 (04:42)
Bernhard Kammerer – im Bild mit seinem „Dachsenfranz“ – will als Präsident der Tierärztekammer NÖ Teil eines bunten Kollektivs sein.
privat, privat

An der Spitze der Tierärztekammer NÖ wird demnächst ein Schremser stehen: Bernhard Kammerer, der am Hauptplatz der Granitstadt eine Praxis für Pferde, Nutz- und Kleintiere betreibt, führt die einzige antretende Liste für die Kammerwahl Mitte Mai in Niederösterreich an. Er wird als Präsident der mit etwa 900 Tierärzten größten Kammer aller Landesorganisationen Österreichs auf Heinz Heistinger folgen.

Heistinger wird Altpräsident, bleibt aber in Ausschuss. Der Wechsel werde im besten Einvernehmen erfolgen, Heistinger weiter im Landesausschuss bleiben, betont Kammerer. Der Lilienfelder trete nach zehn Jahren an vorderster Front lediglich auf den dritten Listenplatz zurück (mehr dazu auf Seite 48). „Er hat in den zehn Jahren eine Wahnsinns-Arbeit geleistet, zuletzt auch in Zusammenhang mit der Covid-Impfung für die NÖ Tierärzte“, dankt der designierte Nachfolger seinem Vorgänger. Mit dem Schweiggerser Tierarzt Stamatios Dourakas ist an fünfter Stelle auch ein zweiter Waldviertler am zehnköpfigen Wahlvorschlag.

„Habe keine Lust und Zeit, um zu streiten.“ Bundesweit treten bei der Wahl fünf Listen an, in Niederösterreich waren es nach einst drei Listen zuletzt nur noch zwei. Jetzt habe der Vorstand gemeinsam entschieden, eine gemeinsame Wahlliste ins Rennen zu schicken, sagt Bernhard Kammerer: „Ich habe weder die Lust, noch die Zeit, um zu streiten – es geht nur gemeinsam, wenn wir was weiterbringen wollen. Wir möchten wirklich ein Team sein. Daher war eine bunte Liste mit einigen erfahrenen Vertretern und einigen neuen Gesichtern das Ziel, und mit dem nun gebildeten Wahlvorschlag können wir alle Themenfelder von der Fleischbeschau bis zum Geflügel personell sehr gut abdecken.“

Nur zwei Mitglieder des bisherigen Vorstandes werden demnach, jeweils aus Altersgründen, aufhören.

Der Tierarzt für alle Stunden. Berufsmüdigkeit könnte man Bernhard Kammerer, der im Vorjahr seinen 50er gefeiert hat, nicht nachsagen. Die Handynummer gibt er nicht nur im direkten Kontakt aus der Hand, sondern nennt sie auch online – und das gar als 24-Stunden-Notruf für sieben Tage die Woche („der Großteil hat sie ohnehin… da sollen gleich alle den direkten Draht haben“). Schon der Vater war beliebter Tierarzt mit eigener Praxis in Schrems, die er 1957 eröffnet hatte.

Tiere hätten für ihn von Kindheit an immer eine Rolle gespielt, sagt Bernhard Kammerer im NÖN-Telefonat: Der Beruf war quasi in die Wiege gelegt, seine Gattin Petra teilt seine Freude an der Arbeit mit Tieren und ist auch seine Partnerin in der vor 18 Jahren vom Vater übernommenen „Tierklinik“ am Hauptplatz. Den Bereich der Lasertherapie deckt großteils Petra Kammerer alleine ab.

Seit zehn Jahren in der Interessens-Vertretung. Inhaltlich sieht sich Bernhard Kammerer als „Allround-Praktiker“, was künftig auch seine Arbeit an der Spitze der Tierärztekammer NÖ erleichtern werde. Als Pferdetierarzt zieht es ihn, wie er sagt, auch zu renommierten Stallungen bis nach Oberösterreich und Salzburg. Neben seiner Praxisarbeit ist Kammerer in mehreren Gemeinden des Gmünder Bezirkes auch Beauftragter für Fleischbeschau sowie amtliche Kontrollen und tierärztlicher Lebensmittelinspektor. In der Interessensvertretung engagiert er sich zusätzlich seit zehn Jahren als Bezirks-Tierärztevertreter und Kammerfunktionär.

Er weiß also sehr genau, wie der sprichwörtliche Hase läuft, und fühlt sich der künftigen Funktion auch mit den Mehrstunden im Büro und in der Landeshauptstadt gewachsen. Vor allem, so Bernhard Kammerer: „Eine Weiterentwicklung kann man nur erwirken, wenn man auch selbst etwas aktiv dazu beiträgt.“