Ergaunerte Reise führt direkt ins Gefängnis. Pleite, aber reiselustig: Mit getürkten Daten und falschen Beweismitteln erschwindelte sich 39-Jährige eine Reise in die Türkei.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 17. Februar 2020 (12:39)
Symbolbild.
marijana1 auf Pixabay

Ein bevorstehendes Insolvenzverfahren und offene Vorstrafen hielten eine verschuldete 39-Jährige aus dem Großraum Schrems nicht davon ab, im Internet Reisebuchungen zu tätigen. Die Waldviertlerin versuchte offensichtlich, mit dreisten Mitteln, dem tristen Alltag und einem 98.000 Euro großen Schuldenberg zu entfliehen.

Zum „Nulltarif“ in die Türkei

Am 13. Juli vergangenen Jahres buchte die Waldviertlerin im Internet eine Pauschalreise im Wert von 2.829 Euro in die Türkei. Die behauptete Zahlung der Reise täuschte sie mit einem falschen Beweismittel - durch die Vorlage einer mit dem Stempel einer Bank versehenen Auftragsbestätigung und einer Entgeltbestätigung für Fremdbankeinzahlung - vor. Weiters habe sie falsche Daten angegeben, um die Sicherheitsüberprüfungen der Reiseveranstalter auszuschalten, merkte der Staatsanwalt an.

Reise nach Mallorca platzte 

Nach dem geglückten Schwindel und der erfolgten Reise in die Türkei war die Waldviertlerin auf den Geschmack gekommen. Sie wollte erneut auf Reisen gehen - diesmal nach Mallorca, aber die Reiseveranstalter spielten nicht mit und stornierten die zwei Buchungen. „Ich wollte ja zahlen“, beteuerte die Waldviertlerin beharrlich, zeigte keinerlei Schuldeinsicht und erging sich in Ausreden.

Drei einschlägige Vorstrafen

„Um das Wollen geht es nicht, man muss auch zahlen können“, kommentierte die Richterin und stellte klar: „Sie stehen vor der Insolenz, haben Schulden und glauben, Sie können noch auf Urlaub fahren. So unwissend sind Sie nicht. Sie haben drei einschlägige Vorstrafen und 38 Monate offen.“

Die 39-Jährige wurde wegen schweren Betruges zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt. Weiters wurde eine bedingte Strafnachsicht von neun Monaten widerrufen. Nicht rechtskräftig.