Zweites Corona- Spital in Bereitschaft. Erste sechs Entlassungen in Waidhofen, Gmünd steht nun als zusätzliche Option bereit. Horn: Keine Gefahr trotz infizierter Mitarbeiterin.

Von Karin Widhalm, Karin Pollak, Markus Lohninger und Michael Schwab. Erstellt am 07. April 2020 (05:23)
Gmünd hat seit Freitag ein Corona-Schwerpunkt-Spital, der Eingang für alle erfolgt über die Rettungseinfahrt. Erste Anlaufstelle für Covid-19-Patienten bleibt Waidhofen, in Gmünd lag zum Wochenstart noch kein Corona-Erkrankter.
M. Lohninger

Die Waldviertler Kliniken haben seit Ende der Vorwoche bereits zwei Corona-Schwerpunktspitäler – und nun auch einen weiteren Covid-19-Fall in den eigenen Reihen.

Waidhofen: Erste Patienten entlassen. Im Klinikum Waidhofen sind die ersten Covid-19-Patienten soweit gesundet, dass sie in häusliche Quarantäne entlassen werden konnten, weitere werden darauf vorbereitet. „Dabei achten wir genau auf die Vorgaben der Behörde, die Versorgung zu Hause und die Aufklärung über Verhaltensmaßnahmen“, sagt Andreas Kretschmer, Leiter der Inneren Medizin. Regionalmanager Andreas Reifschneider lobt die „unaufgeregte und professionelle Arbeit“ des Primars, gratuliert den Mitarbeitern zu „hervorragender interdisziplinärer und kompetenter Arbeit“. Hygienefachkraft Martha Fronhofer ist eine davon: Die Versorgung von Covid-Patienten sei fordernd, stärke aber auch den interdisziplinären Zusammenhalt: „Viele bieten Unterstützung und Hilfe an, Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen haben sich freiwillig für die Arbeit in den Isolierbereichen gemeldet, wo spezielle Schutzmaßnahmen für Personal und Patienten erforderlich sind.“

Die mit Wochenbeginn bereits sechs Entlassungen in häusliche Pflege seien eine schöne Bestätigung. 18 Personen waren zu dem Zeitpunkt noch wegen einer Covid-19-Infektion in Behandlung.

Gmünd wäre vorbereitet. Im Klinikum Gmünd waren zum Wochenstart noch keine Coronafälle, man ist aber darauf vorbereitet. „Vieles wurde umstrukturiert, um Corona-Erkrankte und weiterhin alle anderen Patienten betreuen zu können“, betont der ärztliche Leiter Michael Böhm: „Alle Patienten, die kommen, werden wie bisher behandelt, egal ob ambulant oder stationär.“ Oberste Priorität habe die Sicherheit der Patienten und der Mitarbeiter. Dazu wurde der bisherige Eingang geschlossen. Alle ankommenden Patienten müssen durch die „Triage“ in der Rettungseinfahrt, Besucher kommen hier nicht vorbei.

„Bei Patienten wird erhoben, ob sie ambulant oder stationär zu behandeln sind. Natürlich wird genau darauf geschaut, ob ankommende Patienten Corona-Symptome haben, aus Krisengebieten kommen oder Kontakt zu Erkrankten hatten“, klärt Primar Böhm auf: „Sollte das der Fall sein, werden diese derzeit nach Waidhofen weitergeleitet. Erst wenn dort die Kapazität erschöpft wäre, würden sie in Gmünd behandelt.“

„Katastrophenmodus“ lässt Mitarbeiter mitwachsen. Um Kapazitäten zu schaffen, werden in Gmünd, wie in allen anderen Spitälern, keine geplanten Operationen durchgeführt. Akutfälle werden weiterhin behandelt. „Vom Labor bis zum OP-Team sind die Mitarbeiter vor Ort. Abgegrenzte Abteilungen gibt es derzeit noch nicht, damit können alle Ressourcen besser genützt werden. Patienten, die ein Bett benötigen, bekommen dieses auch“, zeigt Böhm auf.

Der „Katastrophenmodus“ sei für alle Mitarbeiter eine große Herausforderung, sagt Böhm. Sie würden aber gerade in dieser Zeit sehr großes Engagement einbringen und mit der Situation mitwachsen. „Sollten Corona-Patienten in Gmünd zu behandeln sein, dann wird auch der Rest des Hauses einwandfrei weiterarbeiten. Wir sind vorbereitet, haben ausreichend Personal und Schutzausrüstung. Niemand braucht sich Sorgen machen, sondern nur die geforderten Maßnahmen einhalten. Dann schaffen wir diese Krise gemeinsam“, meint Böhm.

Horn: Mitarbeiterin ist infiziert. Das Klinikum Horn bestätigt indes, dass eine Mitarbeiterin aus dem kaufmännischen Bereich positiv auf Covid-19 getestet wurde. „Es kann ausgeschlossen werden, dass es Kontakte zu Patienten gab“, betont Thomas Schmallegger, stellvertretender Regionalleiter der Holding. Die Erkrankung verlaufe mild, die Frau befinde sich in häuslicher Quarantäne: Nachdem sich die Dame nach ihrer Rückkehr aus einem Krisengebiet freiwillig in Heimquarantäne begeben und das Klinikum nicht mehr betreten hatte, habe für die anderen Mitarbeiter und Patienten nie eine Gefahr bestanden.