Nationalratswahl: Ringen um den ersten Platz. SPÖ: Alle drei Bezirke im Wahlkreis 3c wollen ihren Kandidaten ganz oben auf der Liste.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Juni 2019 (04:30)
SPÖ
Ulrike Königsberger-Ludwig will für den Bezirk den ersten Listenplatz. Der Bezirk Melk will Alois Schroll als Nummer eins im Wahlkreis. Der Bezirk Scheibbs will Nationalrat
Renate Gruber ganz oben.

Spannend dürfte die Kandidatenfindung für die Nationalratswahl bei den Sozialdemokraten im Wahlkreis 3c werden. Alle drei Bezirke (Amstetten, Melk und Scheibbs) erheben nämlich den Anspruch auf den ersten Listenplatz. Bei der letzten Nationalratswahl war ja noch Ulrike Königsberger-Ludwig die unumstrittene Nummer eins. Als sie in die Landespolitik wechselte, folgte ihr aufgrund einer parteiinternen Richtlinie die Gamingerin Renate Gruber anstatt des Listenzweiten Alois Schroll, Bürgermeister von Ybbs. Jetzt werden die Karten neu gemischt.

Laut D’Hondtschem System, das sich nach dem Wahlergebnis richtet, hat der Bezirk Amstetten Anspruch auf den ersten Listenplatz. „Wir werden diesen auch einfordern, das haben wir im Bezirksvorstand so entschieden“, sagt Bezirksparteiobfrau Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Das Argument, dass der Bezirk ja mit ihr schon eine Person in einer Funktion habe, zieht für sie deshalb nicht, weil im Land ja schon 2023 gewählt werden wird, im Bund wohl nicht vor Oktober 2024.

„Wir werden den ersten Listenplatz auch einfordern, das haben wir im Bezirksvorstand so entschieden.“SP-Bezirksobfrau Ulrike Königsberger-Ludwig

„Sollte ich nicht mehr Landesrätin sein, hätte der Bezirk Amstetten also ein Jahr lang keinen politischen Vertreter im Land oder im Bund“, sagt Königsberger-Ludwig. Sie bevorzuge zwar grundsätzlich eine Einigung im Vorfeld, aber wenn das nicht gelinge, dann werde es bei der Wahlkreiskonferenz eben eine geheime Abstimmung geben. „Dann sehen wir ja, was herauskommt“, sagt die SP-Landesrätin. Die SP Melk hat sich bei ihrer letztwöchigen Bezirkssitzung auf jeden Fall schon einzementiert. „Wir wollen den ersten Listenplatz für Alois Schroll“, stellt Bezirksobmann Günther Sidl klar.

Wann die Wahlkreiskonferenz stattfinden wird, ist noch nicht klar. Die Terminsuche läuft derzeit , sie soll aber auf jeden Fall in Amstetten über die Bühne gehen. Klar ist auch: Die anderen beiden Bezirke können den ersten Listenplatz nur dann erzwingen, wenn sie sich auf einen Kandidaten einigen, weil Amstetten die meisten Delegierten hat. Wen der Bezirk Amstetten als Spitzenkandidat nominieren wird, ist noch nicht klar. Amstettens Stadtparteiobmann Gerhard Riegler dürfte aber in aussichtsreicher Position sein.

Für die Nationalratswahl selbst wird es laut Königsberger-Ludwig wichtig, sein mit Themen zu punkten. „Wenn uns das gelingt, haben wir gute Chancen. Wenn es nur um Personen geht, hat die ÖVP mit Kurz sicher einen Bonus.“