In Gedenken an Befreiung. Am Anna-Strasser-Platz fand in der Vorwoche die alljährliche KZ-Gedenk- und Befreiungsfeier statt, die im heurigen Jahr unter dem Motto „Vernichtete Vielfalt“ stand.

Von Karl Fuchs. Erstellt am 13. Mai 2021 (04:02)
Ulrike Königsberger-Ludwig, Kerstin Suchan-Mayr, Leopold Feilecker und Hannah M. Lessing (von links) nach der Kranzniederlegung am Anna-Strasser-Platz.
Fuchs, Fuchs

Im Jahr 1997 erklärte der österreichische Nationalrat den 5. Mai zum nationalen Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Seither wird der 5. Mai jährlich als Gedenktag von beiden Kammern des Parlaments und von Schulklassen in ganz Österreich begangen. Eine Befreiungsfeier findet üblicherweise am Gelände der Gedenkstätte Mauthausen statt.

Hannah M. Lessing hielt die Festrede zum Thema „Vernichtete Vielfalt“.
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Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde das Gedenken im heurigen Jahr vorwiegend in den digitalen Raum verlagert. Die Ausnahme machte die Stadt St. Valentin am vergangenen Freitag. Sie feierte diesen Gedenktag unter Einhaltung sämtlicher Corona-Maßnahmen in Kooperation mit dem Mauthausenkomitee am Anna-Strasser-Platz in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Herzograd. Herzograd gehörte zu den 46 Nebenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen.

Kulturstadtrat Leopold Feilecker konnte trotz der unsicheren Wetterlage eine Reihe von Ehrengästen begrüßen – unter dem Motto, wie er es sagte, „Gut, wieder hier zu sein“.

Namentlich erwähnte er die beiden Festrednerinnen Hannah M. Lessing, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und zwei Vertreter der katholischen Jugend der Pfarre St. Valentin, die ebenfalls einen Programmpunkt der Feier gestalteten.

Die Festrednerinnen widmeten sich in diesem Jahr dem thematischen Schwerpunkt „Vernichtete Vielfalt“. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Opfergruppen, die im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern inhaftiert waren. Die oberösterreichische Musikgruppe „Widerstand“ unter der Leitung von Anna Salomon hatte sich musikalisch mit mehrstimmigem Gesang vorgestellt. Der Inhalt der Lieder war dem Antifaschismus gewidmet. Text und Lieder waren ein musikalischer Ohrenschmaus.