Auch Mostviertler zwei Wochen im Dauerdienst. Auch drei Mostviertler sind bei der Linzer Feuerwehr aus Sicherheitsgründen kaserniert.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 01. April 2020 (05:21)
Markus Hummer (links) aus St. Peter und Bastian Klostermann aus Strengberg sind auf der Linzer Hauptwache kaserniert. Auf diese Weise wird die Einsatzbereitschaft in Zeiten des Coronavirus sichergestellt.
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Die Linzer Berufsfeuerwehr muss auch in Zeiten des Coronavirus immer einsatzbereit sein. Aus diesem Grund sind die Florianis, um die Infektionsgefahr zu verringern, kaserniert worden. Zwei Wochen lang verlassen sie ihre Stützpunkte nur bei Einsätzen. Dann werden sie von anderen Trupps abgelöst.

Auch drei Mostviertler sind derzeit im Dauereinsatz. Markus Jauk aus Amstetten als Dienstführender auf der Feuerwache Nord, Markus Hummer aus St. Peter und Bastian Klostermann auf der Hauptfeuerwache. In dieser Krise die Familie für zwei Wochen alleine zu lassen, ist nicht einfach, berichtet Jauk, der zwei Söhne im Alter von sechs und neun Jahren hat. „Das tut schon im Herzen weh. Aber dank der modernen technischen Mittel wie Skype kann man mit den Lieben daheim ja gut Kontakt halten. Für meine Frau ist das auch eine intensive Zeit, weil sie daheim jetzt auch noch Lehrerin spielen muss.“

Für ihn selbst, erklärt Jauk, habe es sich so angefühlt, als sei er von einer in die andere Familie gewechselt. „Denn wir sind ja alle zusammen eine große Feuerwehrfamilie. Und wir tun unseren Job gerne, weil wir ihn für die Linzer Bevölkerung machen.“

Bestmöglicher Schutz gegen Coronavirus

Einsätze gib es trotz Coronakrise viele. In der Vorwoche mussten die Feuerwehrleute etwa zu einem Zimmerbrand ausrücken, bei dem es auch eine Tote zu beklagen gab. Gefährlich war auch die Löschung eines brennenden Wohnmobils, weil sich darin zwei Gasflaschen befanden.

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Gegen das Coronavirus schützen sich die Feuerwehrmänner im Einsatz mit bestmöglicher Ausrüstung. „Einweghandschuhe und Abstand halten, ist auch bei uns das Gebot der Stunde. Das geht aber natürlich nicht, wenn es Menschen zu bergen gilt. Wir haben da aber Helmschutzvisiere, die wir ganz herunterziehen können und im Brandeinsatz ohnehin Atemschutz. Nach dem Einsatz werden Autos und Material desinfiziert und im Übrigen gilt auch für uns Feuerwehrmänner: Händewaschen ist Pflicht“, sagt Jauk.

Natürlich hat sich für die Florianis auch der Alltag auf der Wache stark verändert. Die 14-tätige freiwillige Quarantäne ist für alle eine Herausforderung. „Wir kennen uns und wissen natürlich schon, wie der andere tickt, aber wenn man rund um die Uhr beisammen ist, ist das natürlich noch einmal etwas anderes.“ Grundsätzlich funktioniere das Zusammenleben aber gut. In der Nordwache hat man Zimmer, die normaler Weise keine Ruheräume sind, nun dazu umfunktioniert. Dennoch müssen sich acht Feuerwehrleute jeweils ein Zweibettzimmer teilen. „Aber das funktioniert sehr gut. Wichtig ist nur, dass die Schnarcher ein Zimmer für sich allein haben“, sagt Jauk schmunzelnd. Langeweile kommt auf den Feuerwachen nie auf, denn es gibt immer etwas zu tun. „Wir sind ja nicht zur Kur hier. Einerseits müssen wir die Gerätschaften intakt halten, aber natürlich auch selbst die Wache reinigen. Da hilft jeder mit, vom Offizier bis zum Feuerwehrmann. Auch ich putze also das Klo. Das gehört auch zur Gemeinschaft“, betont Jauk.

Sehr wichtig ist natürlich die Verpflegung. Die benötigten Lebensmittel bringt alle fünf Tage ein Lieferdienst. Gekocht wird auf der Wache auch im normalen 24-Stunden-Betrieb. „Aber weil die Moral der Truppe sozusagen auch durch den Magen geht, bemüht sich jetzt jeder ganz besonders. Es werden sogar Kuchen gebacken. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht dicker werden, denn Fitness ist bei unserem Job natürlich wichtig“, sagt der Amstettner. Damit diese erhalten bleibt, wird auch täglich trainiert. Die Feuerwehrleute haben einen Fitnessraum und am Wachegelände auch die Möglichkeit zum Laufen.

Am Freitag endet der 14-tätige-Dauerdienst.

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