Biberbach: Eine Nahversorger-Ära ging zu Ende. Seit 1958 war das Geschäft in Biberbach in den Händen der Familie Brunner. Nun ging Johann Brunner in Pension. Der Spar-Markt bleibt aber als Nahversorger erhalten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 08. Mai 2021 (04:34)
Auch die Volksschulkinder kamen mit Direktorin Katharina Latschenberger und Pädagogin Silvia Haselsteiner noch einmal zum Sparmarkt, um sich von Betreiber Johann Brunner zu verabschieden.  Foto: privat
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Freitag, 30. April, war in der Gemeinde ein fast schon historischer Tag. Zum letzten Mal öffnete an diesem Tag Johann Brunner (65) seinen SPAR-Markt für die Kunden, am Abend verabschiedete er sich dann in die Pension.

Seit 1958 gibt es das Kaufhaus Brunner schon im Ort, Johann arbeitete schon als Jugendlicher dort mit und hat es 1987 schließlich von seinen Eltern übernommen. Sein Arbeitstag begann um 5.30 Uhr damit, die Wurst- und Obstlieferungen, die in der Nacht eintrafen, zu verstauen und einzuordnen. Pünktlich um 7 Uhr öffnete er dann die Tür des Geschäfts.

Lange Zeit war das Kaufhaus Brunner eine Greißlerei im besten Sinne des Wortes. Die Biberbacher konnten dort alles erwerben, was sie für das tägliche Leben benötigten, von Kleidung bis zu Nägeln, vom Geschirr bis zu den Schulsachen. Manches davon war bis zuletzt im Sortiment. Brunners Freizeit war spärlich und beschränkte sich meist auf den Samstagnachmittag.

„Am Sonntag habe ich die Buchhaltung gemacht“, erzählt er. Für Bürgermeister Fritz Hinterleitner ist das Kaufhaus Brunner eine Institution: „Wir haben als Gemeinde bei Veranstaltungen alle Lebensmittel hier eingekauft und die Vereine machen es ebenso. Das ging immer sehr unkompliziert und unbürokratisch“, sagt der Ortschef und dankt Brunner für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Der Nahversorger bleibt der Gemeinde übrigens erhalten. Nicole Leidenfrost übernimmt den Spar-Markt und wird schon am 6. Mai neu eröffnen. Sie übernimmt auch die Mitarbeiterinnen.

Verabschieden müssen sich die Biberbacher allerdings von der Tankstelle im Ort, wo sich die Bürger seit dem Jahr 1962 mit Treibstoff versorgen konnten und die auch ein Frequenzbringer war. Sie weiterzuführen würde zu hohe Investitionen erfordern.