Meierhof sucht neuen Pächter. Die benediktinische Gastlichkeit wird in Seitenstetten auch zukünftig gepflegt. Den kulinarischen Bereich im Stiftsmeierhof soll ein neuer Pächter übernehmen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 05. August 2020 (05:01)
Noch wissen Abt Petrus Pilsinger und sein Wirtschaftsdirektor Albert Bucar nicht, wer ab Jänner 2021 den Zapfhahn in der Meierhof-Gastronomie betätigen wird. Die Bewerbung für die Neuverpachtung ist im Laufen.
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„Die Gastfreundschaft im benediktinischen Sinne ist eine vielfältige, sie umfasst ein Gesamtangebot für Leib, Seele und Geist, man soll sich wohlfühlen bei uns und Heimat spüren“, umreißt Abt Petrus Pilsinger die Herausforderung, der auch der Meierhof des Stiftes gerecht werden muss. Seit der Landesausstellung im Jahr 1988 ist die ‚Moarstube‘ in Betrieb, 2007/08 hat es eine große Renovierung gegeben, seit 2012 wird in dem wunderbaren Ambiente der Birnen- und Apfelstube oder auch des Festsaales eine stiftseigene Gastronomie, zuletzt durch die Familie Patzalt, angeboten.

„Wir durften mit dem Meierhof fünf Jahre eine sehr schöne Lokalität betreiben, die gastronomisch wie auch wirtschaftlich eine Herausforderung war. Der Tod meines Bruders und die Unsicherheit der Coronakrise bezüglich großer Veranstaltungen zwingen uns zu einer internen Betriebsumstrukturierung, infolge derer wir unser Engagement in Seitenstetten mit Jahresende beenden“, erklärt Peter Patzalt, der neben dem Wallseerhof ja auch weitere Gaststätten in Rossatz, Haag, Amstetten sowie auf Schiffen betreibt.

„Es ist im Meierhof eine äußerst gute, unverwechselbare Infrastruktur vorhanden, sowohl für den Bereich ‚Gasthaus‘ mit kleineren Feiern wie auch für den Bereich ‚Festsaal‘ mit Bällen, Hochzeiten sowie diversen Treffen und Festen“, schildert Wirtschaftsdirektor Albert Bucar und ergänzt: „Wir sind für viele Varianten der Verpachtung offen, wollen den Gästen jedenfalls wieder ein niveauvolles Angebot bieten, freilich auch bei Veranstaltungen wie Vollmondnacht, Antiquitätenmesse oder Adventmarkt.“

Das Stift selbst darf sich jährlich über 10.000 zahlende Besucher freuen, insgesamt aber ist mit all den Veranstaltungen ein Besucherpotenzial von etwa 35.000 Gästen gegeben. Für das Stift sind die Einnahmen aus Mieten und Verpachtungen wie jener des Meierhofs somit eine wichtige materielle Grundlage, „um unseren pastoralen, pädagogischen und kulturellen Auftrag erfüllen zu können“, betont Abt Petrus, der darauf hofft, dass schon im Herbst, besonders aber im kommenden Jahr, Stift, Hofgarten und Meierhof wieder zu jenem kulturellen und spirituellen Zentrum im Mostviertel werden, das sie bislang gewesen sind. Die Bewerbung für die Neuverpachtung läuft bereits.