Hagmüller zieht sich aus der Politik zurück. SPÖ-Parteiobmann legte in der Vorwoche alle seine Ämter zurück, betonte aber: „Wir gehen nicht im Streit auseinander.“

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 18. Februar 2020 (05:12)
15 Jahre saß Thomas Hagmüller im Gemeinderat, sieben Jahre lang war er Parteiobmann der SPÖ. In der Vorwoche zog er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Zusammensetzung des Stadtrats Konsequenzen und stellte seine Funktionen zur Verfügung.
Vogl

Nach dem enttäuschenden Wahlergebnis, das der SPÖ einen Verlust von acht Prozent und drei Mandaten bescherte, gibt es nun die ersten personellen Konsequenzen. SPÖ-Parteiobmann und Verkehrsstadtrat Thomas Hagmüller legte in der Vorwoche alle seine Ämter zurück und scheidet völlig aus der Politik aus.

Differenzen über Stadträte als Auslöser

„Es hat nichts mit dem Ergebnis und auch nichts mit dem Wahlkampf zu tun. Da hat er Großartiges geleistet. Es ging rein um Diskussionen über Positionen, wo er von sich aus gesagt hat, dass ihm das so nicht passt“, erklärt Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr. Hagmüller selbst wird da schon etwas konkreter. Auslöser seines Rücktritts sei eine Grundsatzentscheidung über die Nominierung der Stadträte gewesen.

„Aufgrund des Wahlergebnisses verlieren wir ja zwei Stadträte. Ich habe als Parteiobmann einen Vorschlag gemacht, welche Stadträte für die neue Periode notwendig wären und ich war der Meinung, dass es an der Zeit wäre für neue Gesichter“, betont Hagmüller. Er habe sich für zwei Personen stark gemacht, der Vorschlag von Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr sei aber ein anderer gewesen.

„Ich nehme zur Kenntnis, dass meine Ideen in der Führungsspitze keinen Anklang finden. Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist Uneinigkeit. Deshalb habe ich meinen Vorschlag zurückgezogen und erleichtere der Gruppe mit meinem Rücktritt die Entscheidung, indem sie sich über einen weniger den Kopf zerbrechen muss“, stellt Hagmüller auch klar, dass die Diskussionen weder um ihn, noch um seinen Sohn (Stadtentwicklungsstadtrat Patrick Hagmüller) gegangen seien.

Trennung erfolgte nicht im Streit

Hagmüller hatte eine gemeinsame Entscheidung der Fraktion angestrebt und angesichts der Meinungsdifferenzen dann darauf verzichtet, seine Vorstellungen in den Gremien durchzuboxen. Trotz allem stellt er aber eines klar: „Wir gehen nicht im Streit auseinander.“ Das bestätigte auch Bürgermeisterin Suchan-Mayr. Wie der künftige Stadtrat aussehen wird und wer neuer Parteiobmann wird, ist noch nicht entschieden.