Umstrittene Hühnermastfarm erhielt Baugenehmigung. Kritisierte Hühnermastfarm darf gebaut werden. Bürgerinitiative will weiter dagegen ankämpfen. Standortwechsel sei laut Bürgermeisterin noch im Gespräch.

Von Daniela Führer. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:00)
Pixabay

„Es ist ein trauriger Tag für die Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung und für St. Valentin.“ Mit diesen Worten wandte sich die Bürgerinitiative rund um Sprecher Franz Knöbl am vergangenen Mittwoch per Newsletter an die Öffentlichkeit, denn: „Die zuständige Baubehörde hat uns mitgeteilt, dass die Baugenehmigung für den geplanten Hühnermaststall am Grundstück Langenhart gegenüber dem Park & Ride erteilt wurde. Ab heute wurden diesem Bauwerber und jedem weiteren zukünftigen Bauwerber die Möglichkeit gegeben, in Ortsteilen von St. Valentin Hühnermastställe für 39.000 Hühner zu bauen und unsere Gesundheit negativ zu beeinflussen“, heißt es weiter.

5.600 Unterstützer gewonnen

Archiv
Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr: „Wir führen gute Gespräche mit dem Bauwerber über einen alternativen Standort.“

Insgesamt wurden bis dato 5.600 Unterstützer der Bürgerinitiative gegen den Massentierhaltungsbetrieb gewonnen. Und trotz nun erteilter Baubewilligung für die Anlage wolle man weiterkämpfen: „Wir haben viel Unterstützung. Daher werden wir das so nicht hinnehmen und den Druck weiter erhöhen“, erklärt Franz Knöbl im Gespräch mit der NÖN.

„Aus unserer Sicht wurde hier über die Bürgerinitiative einfach drübergefahren. Der Bau ist rechtlich gedeckt, ja, aber wir hätten uns schon ein anderes Ergebnis erwartet.“ Den Leuten in St. Valentin und Umgebung läge das Thema auch am Herzen: „Allein am Mittwoch hatten wir 30 Newsletter-Anmeldungen“, erklärt Knöbl.

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, die als oberste Baubehörde die Baubewilligung erteilt hat, erklärt, dass die rechtliche Situation, ebenso wie alle zu erbringenden Gutachten für das geplante Projekt gesprochen hätten. „Wir führen aber noch intensive und gute Gespräche mit dem Bauwerber, ob ein alternativer Standort gefunden werden kann. Er ist dabei sehr kooperativ und konstruktiv“, teilt die Bürgermeisterin mit.