Neues Leben für Haager Ortszentrum. Arbeitskreis überlegt Maßnahmen, um dem Zentrumssterben entgegenzuwirken und den Hauptplatz zu beleben.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 17. Juli 2019 (03:28)
Stoschek
Stadtmarketing-Obmann Gerhard Stubauer, Andreas Wagner und Lisa Dieminger vom KIM-Kulturverein sowie Bürgermeister Lukas Michlmayr (von links) arbeiten an Ideen zur Zentrumsbelebung.

Es ist ein Problem, das viele Städte kennen. In Haag möchte man nun gegensteuern, bevor das Aussterben des Stadtzentrums noch so richtig begonnen hat. „Wir sind mit dem Stadtmarketingverein in Kontakt getreten, weil wir das Thema Zentrumsbelebung zu einem Schwerpunktthema machen und jetzt schon Maßnahmen erarbeiten möchten. Denn wenn einmal nichts mehr da ist, ist es schwierig, etwas zu beleben“, erklärt Bürgermeister Lukas Michlmayr.

Auch einen Stadtplaner hinzuzuziehen oder ein Bürgerbeteiligungsprojekt zu initiieren, kann sich der Stadtchef für die Zukunft vorstellen.

Eines steht für ihn nämlich fest: Die Wirtschaft ist im Wandel. Der Konsument nützt den kleinen Greißler kaum noch, sondern fährt ins große Einkaufszentrum, wo alle Branchen unter einem Dach vertreten sind. Außerdem macht der zunehmende Onlinehandel den ortsansässigen Geschäftsleuten das Leben schwer.

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Das Stadt Café am Hauptplatz zu erhalten, war ein erster wichtiger Schritt zur Zentrumsbelebung. Seit der Wiedereröffnung Anfang Juli sind die Tische im Gastgarten sehr häufig voll besetzt.

„Man kann dem Bisherigen nachtrauern oder man sucht zukunftsfitte Lösungen, wie man das Zentrum beleben kann“, erklärt Michlmayr. Dass es auch in Haag Änderungen gab und geben wird, ist eine Tatsache. „Der Juwelier ist weg, die Trafik ist weg und es kommt im nächsten Jahr noch einiges auf uns zu“, verrät Michlmayr.

Leben möchte man durch zwei Maßnahmen ins Zentrum bringen. Man brauche zum einen Versorger des täglichen Bedarfs wie Apotheke, Bäcker, Fleischhauer, Kaffee- und Wirtshaus, ist Michlmayr überzeugt. Deshalb lag ihm der Erhalt des Stadt Cafés am Hauptplatz auch ganz besonders am Herzen. „Ein Kaffeehaus ist immer ein Frequenzbringer“, stellt er klar. Der Besucherandrang seit der Wiedereröffnung des Cafés Anfang Juli gibt ihm hier recht.

Neben der Abdeckung des täglichen Bedarfs sei es aber auch wichtig, mit öffentlichen Einrichtungen Frequenz auf den Hauptplatz zu bringen. Da ist man in Haag mit dem Gemeindeamt, dem Theatersommer, der tausende Besucher ins Zentrum lockt, oder der Musikschule im Zentrum bereits am besten Weg. Außerdem wurde zuletzt eine weitere wichtige Maßnahme in diese Richtung gesetzt. Das Büro des Haager Theatersommers übersiedelte in die ehemalige Trattoria Illich. „Am Hauptplatz gibt es damit eine zentrale Anlaufstelle für alle Karten für den Theatersommer und den Theaterkeller“, begrüßt Michlmayr diese Maßnahme.