Gorenzel bleibt Ortschefin in Wölbling . SP und VP schlossen Pakt. Peter Hießberger: „Mir geht es in erster Linie nicht um ein Amt.“

Von Alex Erber. Erstellt am 03. März 2020 (04:43)
Besiegelten Zusammenarbeit: Karin Gorenzel und Peter Hießberger.
privat

In der Vorwoche haben die SP und die VP ein gemeinsames Arbeitsübereinkommen unterschrieben. Darin werden die zukünftige Zusammenarbeit sowie die geplanten Arbeitsschwerpunkte geregelt. Der Pakt legt fest, dass die Gemeinderäte der beiden Parteien Karin Gorenzel (SP) zur Bürgermeisterin und Peter Hießberger (VP) zum Vizebürgermeister wählen werden. Der Gemeindevorstand soll mit sieben Personen besetzt werden.

Für die SP werden Daniel Zimmel (Bauwesen, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung), Reinhold Tischer (Sport, Vereine, Kultur, Jugend, Familie und Tourismus) sowie Bruno Steidl (Finanzen und Personal) in den Gemeindevorstand entsendet.

Für die VP werden Eva Woisetschläger (Bildung, Schulen und Kindergarten), Manuel Erber (Verkehr, Straßenbau, Güterwege, Landwirtschaft und Wirtschaft) sowie Peter Hießberger (Zukunftsentwicklung, Raumordnung und Infrastruktur) in den Gemeindevorstand einziehen.

„Streichholzziehen“ ist abgelehnt worden

Die Liste Wölbling MITeinander soll nicht leer ausgehen: Ihr wird der Ausschuss Umwelt, Abfallwirtschaft und Energie angeboten.

Überdies hat man neun Themenbereiche ausgearbeitet, die zügiger als bisher abgearbeitet werden sollen (siehe Infobox).

„Eine Losentscheidung, überspitzt formuliert ein ‚Streichholzziehen‘, ist aus unserer Sicht und der unserer Kollegen der SP und der VP keine Basis für eine vernünftige Zukunftsentscheidung für unsere Gemeinde“, betonen Gorenzel und Hießberger unisono.

Losentscheidung? Bei der Gemeinderatswahl ergab sich durch die Mandatsverteilung eine komplizierte Situation: Die SP hält 10, die VP 8 und die Liste Wölbling MITeinander 3 Mandate.

In den Tagen nach der Wahl kam es zu etlichen Gesprächen zwischen den drei Parteien sowie zu einem gemeinsamen runden Tisch. Danach legte die Bürgerliste nach parteiinterner Diskussion fest, dass bei der Wahl der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters zwei Mandatare Peter Hießberger ihre Stimme geben werden und ein Mandatar sich der Stimme enthalten wird. Somit wäre es bei der Bürgermeisterwahl im Gemeinderat im Falle eines Stimmengleichstandes zu einem Losentscheid gekommen (die NÖN berichtete ausführlich).

Diesen Losentscheid lehnten SP und VP entschieden ab und beschlossen in der Folge das Arbeitsübereinkommen. „Damit haben wir den Grundstein für die Arbeit der nächsten fünf Jahre gelegt. Endlich konnten Projekte in einem gemeinsamen Programm verankert werden, die essenziell für die Weiterentwicklung Wölblings sind“, zeigen sich Gorenzel und Hießberger sichtlich zufrieden.

Gemeinderat Bernhard Fellner von der Liste Wölbling MITeinander bezeichnet die nun gefundene Lösung als „sehr positiv. Wenn SP und VP Wölbling nun mit guten Ideen überschwemmen und diese auch umsetzen, dann soll uns das Ganze nur Recht sein!“

Sorge, dass die Liste im Gemeinderat nun einer Übermacht gegenübersteht, hat Fellner nicht: „Ich bin davon überzeugt, dass uns nicht die Luft ausgehen wird.“