Feuerwehr-Übung, die an Paris erinnert. Nur einen Tag nach Katastrophe von Notre Dame probten Florianis des Unterabschnitts ähnliches Szenario in kleiner Dimension.

Von Alex Erber und Thomas Heumesser. Erstellt am 24. April 2019 (13:58)

Bei der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hain-Zagging im Jänner haben Pfarrer Leopold Klenkhart und Kommandant Franz Holzmann vereinbart, dass bei einer Übung ein Brand der Kirche in Kleinhain simuliert wird. Als Termin legte man den vergangenen Dienstag fest; exakt 24 Stunden nach der Feuerkatastrophe von Notre Dame ist ein ähnliches Szenario nur eben in kleinerem Rahmen durchgespielt worden.

Die Gläubigen saßen in der Abendmesse, die von Pfarrer Klenkhart zelebriert wurde, als plötzlich ein „Brandanschlag“ auf die Kirche verübt wurde.

Die Besucher des Gottesdienstes konnten nicht ins Freie fliehen, da die Tür durch herabgefallene Bauteile versperrt worden war. Die Feuerwehren des Unterabschnittes (Hain-Zagging, Statzendorf und Kuffern) mussten die 30 Statisten evakuieren und den Einsatzkräften des Roten Kreuzes Herzogenburg übergeben. Die Sanitäter errichteten rasch einen Sammelplatz außerhalb des Gefahrenbereichs.

Kunstgegenstände in Sicherheit gebracht

Dann kam Verstärkung. Eine Abordnung der Feuerwehr Herzogenburg-Stadt brachte die Drehleiter zum Einsatzort, um denen brennenden Dachstuhl von oben herab zu löschen. Zeitgleich waren die Florianis am Boden - wie in Paris - damit beschäftigt, Wert- und Kunstgegenstände aus der Kirche zu bergen, ehe man den Löschangriff fortsetzte.

Im Zuge der Löscharbeiten entdeckte ein Atemschutztrupp eine erheblich verletzte Person am Glockenturm. Sie musste so schonend wie möglich über die enge Turmtreppe und an der Orgel vorbei gerettet werden; ein Vorhaben, das sich als gar nicht so einfach entpuppte. Schließlich konnte die verletzte Person in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Der Probelauf gestaltete sich anspruchsvoll, zumal die Kirche schon seit längerer Zeit kein Schauplatz dafür war: „Wir haben lange überlegt, aber niemand konnte sich erinnern, wann die jüngste Übung bei der Kirche stattgefunden hat“, erklärt Kommandant Holzmann. Es habe jedenfalls wertvolle Erkenntnisse gegeben, die in kommenden Übungen einfließen werden.

Beteiligt waren 70 Feuerwehrmänner, drei Sanitäter des Roten Kreuzes, ein Notarzt sowie die Statisten, die ihre Aufgabe begeistert wahrnahmen.

Für Unterabschnittskommandant Johann „Johnny“ Schuster war es die letzte Übung in dieser Funktion, die er nach 18-jähriger Tätigkeit tags darauf zur Verfügung stellte.