Solidarität mit China-Restaurant in Traismauer. Besitzern wird warm ums Herz, denn Coronavirus lässt die Traismaurer kalt.

Von Lisa Zederbauer. Erstellt am 18. Februar 2020 (04:38)
Die Besitzer des Chinarestaurants Xiao Chun Zhang und Zhong Dong Su freuen sich, dass trotz der allgemeinen Panik aufgrund des Coronavirus ihr Lokal noch immer so beliebt ist: „Die Kunden halten uns die Treue.“
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 „Einmal Ente süß-sauer bitte“, bestellt ein Traismaurer voller Appetit zu Mittag im Chinarestaurant „Lucky Star“ in der Innenstadt.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus Ende des vergangenen Jahres breitet sich auch Angst vor einer Infektion in den Menschen aus, aber die Besitzer des China-Restaurants in der Römerstadt haben von der Coronavirus-Panik glücklicherweise noch nichts mitbekommen: Das Lokal wird immer noch genauso gut besucht wie vor dem Ausbruch der Krankheit.

„Unsere Stammkunden kommen wie auch sonst immer noch zu uns“, freut sich die Besitzerin Xiao Chun Zhang.

Auch im Alltag haben Xiao Chun Zhang und ihr Gatte Zhong Dong Su keinen Unterschied bemerkt: Keiner geht ihnen aus dem Weg, wie Landsleute schon berichtet haben.

Sowohl internationale als auch heimische China-Restaurants leiden unter der Coronavirus-Panik. Auch Wiener Lokale sind stark betroffen, es wird aktuell sogar ein Rückgang von 50 Prozent der Gäste befürchtet.

„Wir danken für die Treue“

„Das ist in Traismauer ganz anders - hier kennt man uns. Schließlich betreiben wir das Restaurant nun schon seit sechs Jahren“, erklärt der Chefkoch und Besitzer Zhong Dong Su. Und weiter: „Das Restaurant selber gibt es aber schon weit länger. Meine Schwester hat es vor mir 20 Jahre lang betrieben.“

Der Coronavirus ist Ende des Jahres 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan in der Hubei-Provinz ausgebrochen.

Als primärer Infektionsort wurde ein Fisch- und Meeresfrüchtemarkt identifiziert, da die ersten Erkrankten als Händler oder Verkäufer dort gearbeitet haben. Alleine in China gibt mehr als 66.500 Infizierte, wobei vermutet wird, dass die Zahl in der Realität noch viel höher ist, da viele Fälle in der Hubei-Provinz einfach noch nicht diagnostiziert wurden. Außerhalb von China verzeichnet man laut Welt-Gesundheitsorganisation WHO knapp 700 Fälle in 24 verschiedenen Ländern.

„Wir waren zum Glück schon seit drei Jahren nicht mehr in China auf Urlaub“, erklärt Xiao Chun Zhang erleichtert, „Besonders in China ist nämlich die Infektionsgefahr extrem hoch.“

Ursprünglich stammt die Familie aus einer kleinen Provinz aus der Nähe von Shanghai, einer Hafenstadt im Osten von China. Sie ist 800 Kilometer von dem Epizentrum des Virus, der Stadt Wuhan, entfernt.

„Wir sind glücklich, dass unser Restaurant noch genauso gut besucht wird wie vor dem Ausbruch des Virus - unsere Stammkunden bleiben uns treu“, erzählen die Besitzer mit einem Lachen im Gesicht: „Wir wollen die Traismaurer weiterhin mit unseren chinesischen Spezialitäten zu verwöhnen.“

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