Die Wehren „retteten“ gleich vier Personen. Großrust-Merking: Fahrzeuge brannten, die Insassen waren eingeklemmt. Statzendorf: Arbeiter fielen in Schacht des Pumpwerks.

Von Thomas Heumesser. Erstellt am 18. August 2019 (03:55)
Freiwillige Feuerwehr Statzendorf
Das Pumpwerk in Weidling: Zwei Arbeiter fielen dort in den Schacht, die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Statzendorf gingen rasch und professionell vor.

Die Freiwilligen Feuerwehren Großrust-Merking und Statzendorf haben in der vergangenen Woche Übungen abgehalten, deren Annahme durchaus das Prädikat „spektakulär“ verdienen.

Zwei Autos, in denen sich zwei eingeklemmte Personen befinden, eines der Fahrzeuge in Vollbrand: Die Übung der Wehr Großrust-Merking in der Sandgrube der Familie Robinau war in der Tat „brennheiß“.

Die Florianis rückten nach der Alarmierung mit dem Tankwagen aus. Als eintrafen, stand ein Auto in Vollbrand. Die Flammen drohten auf das zweite Fahrzeug überzugreifen, in dem die beiden Personen noch eingeschlossen waren. Die Silberhelme dämmten unter Atemschutz den Brand mit Schaum ein.

Danach barg man die Verunfallten. Unmittelbar darauf begann auch dieser Pkw zu brennen. Dieser Brand wurde ebenfalls mit dem Schaumrohr niedergeschlagen und gelöscht. Parallel dazu mussten Glutherde beim ersten Wagen gelöscht werden.

Nach dem endgültigem „Brandaus“ fand die Großruster Feuerwehrhaus die Nachbesprechung statt. Kommandant-Stellvertreter Bernhard Wendl: „Besonders erfreulich war, dass sich so viele Kameraden an dieser Übung beteiligt haben.“

Schwierige Bergung aus dem Schacht

Die Feuerwehr Statzendorf veranstaltete eine technische Übung. Annahme war eine Person in Notlage im Pumpwerk des Abwasserverbandes Fladnitztal in Weidling. Es galt, zwei vermisste Arbeiter aus einem unterirdischen Schacht zu retten.

Nach der Erkundung durch den Einsatzleiter wurde mit dem Mehrgasmessgerät der Schacht kontrolliert. Rasch stellte sich heraus, dass die Umgebungsluft eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration aufwies. Ein mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp stieg in den Schacht ein und erkundete die Lage. Es konnte festgestellt werden, dass es sich um zwei Personen handelte, die bei Bewusstsein waren. Oberirdisch wurden rasch Maßnahmen zur Rettung der beiden Verletzten gesetzt. Um Frischluft in den Schacht zu befördern, brachte man das Be- und Entlüftungsgerät in Stellung. Weiters wurde aus zwei Leiterteilen und einer Umlenkrolle eine Hebevorrichtung aufgebaut. Rasch konnten die zwei Verletzten mittels Spineboard und Korbschleiftrage gerettet werden.

Nach einer Stunde konnte die Übung abgeschlossen werden und Kommandant-Stellvertreter Thomas Hell resümierte: „Die Herausforderung bestand darin, die zwei Personen so rasch als möglich zu retten. Diese Aufgabe konnte sehr zügig, ruhig und professionell abgearbeitet werden.“