Bürgerbeteiligung soll Photovoltaik sichern. Erst besichtigte man einige Objekte, auf denen Anlagen montiert werden können. Dann rauchten die Köpfe im Gemeindeamt.

Von Thomas Heumesser. Erstellt am 21. Juli 2019 (03:57)
Thomas Heumesser
Gelungener Workshop in Wölbling: Gottfried Heneis, Wolfgang Steininger, Alexander Simader, Karin Gorenzel, Martin Ruhrhofer und Projektleiter Michael Hackl (von links).

Die Modellregion Unteres Traisental-Fladnitztal hat am vergangenen Donnerstag einen Workshop für Gemeinderäte im Gemeindeamt organisiert. Vertreten waren die SP mit Bürgermeisterin Karin Gorenzel und die VP mit geschäftsführendem Gemeinderat Peter Hießberger an der Spitze, weiters die beiden Gemeinderäte von „Wölbling MITeinander“, Bernhard Fellner und Christian Pfeiffer. Auch Statzendorfs Bürgermeister Wolfgang Steininger nahm am Workshop teil.

Inhaltlich wurde das Treffen von Experten begleitet. Regionalchef Martin Ruhrhofer von der Energie- und Umweltagentur NÖ und Finanzexperte Gottfried Heneis, Geschäftsführer von „Crowd 4 Energy“, zeigten den Teilnehmern die Möglichkeiten für Bürgerbeteiligungskonzepte bei Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Dächern auf.

Zuvor hatte man Objekte besichtigt, die sich möglicherweise für die Anbringung von Photovoltaik-Anlagen eignen; etwa die Dächer des Schulzentrums, des Kindergartens, des Oberwölblinger Feuerwehrhauses oder das Umkleidehäuschen/WC-Anlage im Waldbad. Ein Statiker soll nun prüfen, ob die Flächen für Belastung, Druck und Sog geeinet sind.

Die Teilnehmer des Workshops kamen überein, dass der Photovoltaik-Ausbau grundsätzlich gewollt ist. Zudem besteht laut Martin Ruhrhofer derzeit eine hervorragende Fördersituation für Kommunen: „Dank der Kombination aus Bundesförderungen und der Unterstützung durch das Land NÖ können Gemeinden mit bis zum 65 Prozent der Investitionskosten unterstützt werden. Die ENU will solche Initiativen wie in Wölbling besonders unterstützen.“

Darüber hinaus wünscht sich die Klima- und Energiemodellregion Unteres Traisental-Fladnitztal, dass sich die Gemeinden zu einem breiten Bürgerbeteiligungsmodell bekennen.

Regionalmanager Alexander Simader betont den künftigen doppelten Nutzen: „Einerseits können sich die Bürger bei den Anlagen finanziell beteiligen und damit Geld verdienen und andererseits sollte man schon ab dem kommenden Jahr in der Lage sein, überschüssigen Strom in der Nachbarschaft direkt kaufen oder verkaufen zu können.“ Damit spricht man auf eine EU-Richtlinie an, die den Bürgern dies ab 2020 ermöglichen sollte.

„Kleine Werte, kein großes Finanzprodukt“

Bürgermeisterin Karin Gorenzel ist von der Idee begeistert: „Einerseits können wir mit den hohen Förderungen sehr wirtschaftlich Strom erzeugen, den wir ja auch selber verbrauchen und mit der Bürgerbeteiligung können wir die Wölblinger einbinden.“ Sie wünscht sich ein Bürgerbeteiligungsmodell mit kleinen Werten und will kein großes Finanzprodukt: „Wir wollen Menschen ansprechen, die sich bei einer Anlage auf der heimischen Schule mit 100 bis 500 Euro beteiligen möchten und niemand, der eine große Investitionsmöglichkeit sucht.“

Auch Peter Hießberger kann der Idee etwas abgewinnen, ihm ist allerdings wichtig, dass ein solches Projekt rechtlich hält und wirtschaftlich für die Gemeinde vertretbar ist.