Apotheken-Nachtdienste: Neue Regelung regt auf. Nur noch jeden zweiten Tag hat eine der beiden Apotheken in der Bezirkshauptstadt auch nachts geöffnet. Stadtrat Wolfgang Scharinger gefällt das gar nicht.

Von Sandra Frank. Erstellt am 19. Februar 2020 (05:08)
ChristineKronberger erklärt, wie es zur neuen Nachtdienstregelung kam.
BK

Als „Wahnsinn“ bezeichnet Stadtrat Wolfgang Scharinger (Bürgerliste) die neue Nachtdienstregelung der Apotheken, die seit 3. Februar gilt. Nur noch jeden zweiten Tag hat entweder die Stadtapotheke (Hauptplatz) oder die St.-Ulrich- Apotheke (Sparkassegasse) im Stadtgebiet Nachtdienst.

„Die Leute stehen vor verschlossener Tür!“, ärgert sich der Stadtrat, dass die neue Regelung „viel zu wenig“ kommuniziert worden sei. Er selbst habe erst davon erfahren, nachdem sich eine Bürgerin bei ihm meldete.

Apothekerin Kronberger: „Arbeitszeitgesetz hat sich geändert“

„Bei den Ärzten ist es auch schon passiert“, spricht er davon, dass das Einzugsgebiet der Mediziner vergrößert wurde. „Wie macht das einer, der zu Fuß unterwegs ist – wie die Grünen in Zukunft –, wie bekommt der seine Medikamente?“ Eine solche Entwicklung hält das Polit-Urgestein einer Bezirkshauptstadt für unwürdig.

„Das Arbeitszeitgesetz hat sich geändert. Pharmazeuten, die Nachtdienst hatten, dürfen am nächsten Tag nicht mehr arbeiten“, erklärt Christine Kronberger von der Stadtapotheke Hollabrunn, warum es zu der Änderung gekommen ist.

„Hollabrunn ist jeden zweiten Tag voll besetzt. Und bis 20 Uhr ist täglich jemand da“, sagt sie, dass die Versorgung mit Medikamenten auf keinen Fall gefährdet sei. Und weil Allgemeinmediziner Gunter Leeb am Dienstagabend seine Ordination geöffnet hat, ist eine der Apotheken an Dienstagen sogar bis 22 Uhr geöffnet, um Patienten versorgen zu können. Ohnehin würden nicht mehr viele Menschen nachts in die Apotheke kommen.

Dennoch: Scharinger bleibt verärgert. „Wenn man was braucht, dann fährt man eben als Erstes in die Stadt. Man rechnet ja nicht damit, dass in einer Bezirkshauptstadt keine Apotheke offen hat, dafür aber eine Landapotheke.“ Für viele Bewohner der Katastralgemeinden hätte Scharinger schon eine Idee, wie eine Versorgung rund um die Uhr zuwege gebracht werden kann: „Das Spital soll Medikamente ausgeben, da ist eh immer jemand da.“