Gastro-Öffnungen: Die Nachfrage ist schon groß. Gastwirtschaft im Bezirk Hollabrunn wartet auf Öffnung: Pollak ist für alles gerüstet, Schüller zwei Wochen ausgebucht und Karlwirt öffnet am Ruhetag.

Von Sarah Marie Piskur und Romana Schuler. Update am 19. Mai 2021 (09:46)
Harald Pollak im leeren Gastgarten des Retzbacherhofes. Bald dürfen hier wieder Gäste sitzen.
Sarah M. Piskur, Sarah M. Piskur

Am 19. Mai ist es so weit. Nach über einem halben Jahr öffnet die Gastwirtschaft für den Betrieb vor Ort. Die Wirte bereiten sich auf ihre Gäste vor – mit sehr unterschiedlichen Zugängen.

Harald Pollak, Vertrauensmann der Wirte im Bezirk und Haubenkoch im Retzbacherhof in Unterretzbach, freut sich auf die Öffnung. Schon vergangene Woche meldeten sich Gäste und wollten reservieren. „Wir können noch nicht genau sagen, was wir alles dürfen, weil die betreffenden Verordnungen noch fehlen, aber wir sind auf alles vorbereitet“, erklärt der Gastronom im NÖN-Gespräch am Wochenende.

Besonders wichtig ist ihm die sogenannte sichere Gastwirtschaft. Dabei wird unter anderem darauf geachtet, dass die Mitarbeiter regelmäßig getestet werden und im Betrieb eine Maske tragen. Darüber, ob sich die Gäste an die Maßnahmen halten, macht sich Harald Pollak kaum Sorgen. „Viele rufen jetzt schon an und fragen geduldig nach, wann sie kommen dürfen. Für uns wäre es auch kein Problem eine Testung vor Ort anzubieten“, sagt er und macht eine ausladende Handbewegung in Richtung Gastgarten.

Vor allem Familien, die Firmungen und Erstkommunionen feiern wollen, sind für den Obmann der NÖ Wirtshauskultur ein wichtiger Punkt. Bei der Planung will er darauf achten, dass bei schlechtem Wetter auch nach drinnen ausgewichen werden kann.

Bei den Vorbereitungen auf die kommende Öffnung kann Pollak auf Erfahrungen aus der Familie zurückgreifen. Sein ältester Sohn arbeitet in einem Gastro-Betrieb in Vorarlberg – und dort funktioniere es bisher fast ohne Probleme.

Mit Pollak freuen sich auch seine Mitarbeiterinnen auf die Öffnungsschritte: „Meine Leute waren eigentlich immer im Betrieb. Sie hatten jetzt mehr Freizeit, aber sie freuen sich schon sehr, sich wieder mit den Gästen unterhalten zu können.“

Kurs mit Spargel und Reh zum Comeback

Das Duo von der Mailberger Genusswirtschaft, Christoph Schüller und Verena Schneider, steckt nach der fast siebenmonatigen Schließung ebenfalls voll in den Vorbereitungen für die baldige Öffnung. „Wir sind die ersten zwei Wochen faktisch ausgebucht. Es gibt noch ein paar Restplätze am Pfingstmontag“, schildert Schüller. Der Top-Koch, der 2021 mit drei Hauben ausgezeichnet wurde, freut sich darauf, endlich wieder Gäste im Restaurant begrüßen zu können.

Der erste Öffnungstag, der 19. Mai, fällt auf einen Mittwoch, der wie der Donnerstag einer der Ruhetage der Genusswirtschaft ist. „Das macht aber gar nichts“, meint Schüller, „ich biete da meine Kochkurse an.“ Weil die Genusswirtschaft immer saisonale und regionale Küche in den Mittelpunkt stellt, werden die Kursteilnehmer am 19. Mai ihre Kochkünste zu Spargel und Reh erweitern können.

Die Alberndorfer Gastronomin Alexandra Weinwurm vom „Karlwirt“ freut sich ebenfalls, doch angesichts der Vorgaben, die am Wochenende noch unklar waren, schwangen im NÖN-Gespräch auch gemischte Gefühle mit. Allerdings: „Da wir über den Sommer unsere Gäste im Kastaniengarten bewirten und nur über die Wintermonate in der Gaststube, kann das ein kleiner Vorteil sein.“

Letztes Jahr hatte der „Karlwirt“ die Gaststube überhaupt nur eine Woche offen; „dann war Lockdown – bis jetzt!“ Im Normalbetrieb ist der Gasthof mittwochs geschlossen. „Aber die Leute freuen sich schon, daher wird der Kastaniengarten am 19. Mai ab 9 Uhr geöffnet sein.“

Und die Buchungslage für die Gästezimmer sei ebenfalls sehr gut, so Weinwurm: „Wir haben Buchungen aus Österreich, aber auch Gäste aus England haben kürzlich Zimmer reserviert.“

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