Wohnungspreise: Teurer, aber noch leistbar. Auch in Hollabrunn sind die Preise in den letzten Jahren massiv gestiegen.

Von Hans Radl. Erstellt am 18. September 2019 (04:16)
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Symbolbild

Steigende Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen verkündet das Maklernetzwerk RE/MAX in seiner Analyse des ersten Halbjahres 2019. Die NÖN fragte beim Hollabrunner Experten Jürgen Mokesch nach, wie sich die Situation im Bezirk darstellt.

Hollabrunn ist im NÖ-Preisvergleich weiter im unteren Viertel. Im Schnitt liegt der Quadratmeterpreis für Eigentum bei 1.400 Euro pro m , die teuersten Gegenden sind die Bezirke rund um Wien mit Mödling an der Spitze und Preisen jenseits von 4.000 Euro je m .

Trotzdem zeigt die Tendenz steil nach oben: 2012 lag der Quadratmeterpreis in Hollabrunn noch bei 850 Euro! „Die Preise passen sich generell an den überregionalen Wertzuwachs an“, erklärt Jürgen Mokesch, Geschäftsführer der Hollabrunner Immobilienkanzlei Waitz & Mokesch. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, das schlage sich schlussendlich bei den Preisen nieder. „Dennoch ist Wohnen und Eigentum in der Stadt und dem gesamten Bezirk noch leistbar“, konstatiert Mokesch.

Die gesteigerte Nachfrage lasse sich darauf zurückführen, dass Hollabrunn noch gut für Pendler erreichbar ist. „Wir haben viele Kunden aus Wien, die hier ein bisserl der Hektik der Stadt entfliehen wollen. Hollabrunn ist dabei von der Distanz für viele noch vertretbar“, so der Immobilienmakler. Während sich die Stadt Hollabrunn in den vergangenen Jahren mit guter Anbindung an den Zugverkehr und vielen neuen Wohnungen sehr positiv entwickelt habe, sei das in anderen Gemeinden des Bezirks allerdings weitaus problematischer.

Makler setzt auf den Ausbau der S 3

„Retz funktioniert gerade noch, weil die Verbindung mit dem Zug zumindest gegeben ist. Schwierig sind die Regionen wie das Pulkau- und Schmidatal. Wenn es im Ort nichts gibt, keinen Wirten, kein Geschäft, dazu noch eine schlechte Infrastruktur, dann ziehen die Menschen weg und niemand kommt nach“, erläutert Mokesch. Ein Thema, das gerade auch die regionalen Politiker im Nationalratswahlkampf intensiv beschäftigt …

Interesse, in den entlegeneren Ortschaften zu wohnen, sei allerdings gegeben, ist sich der Experte sicher. Vom Ausbau der Weinviertler Schnellstraße bis Guntersdorf erwartet sich Mokesch eine Steigerung der Attraktivität des westlichen Weinviertels: „Mit dem Ausbau könnte wieder mehr Leben in die abgelegenen Regionen kommen. Das wäre natürlich für Pendler interessant und auch für das Ortsbild und den Immobilienmarkt erfreulich.“

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