Einblick in frühere Zeiten. In der Kellergasse „Zipf“ ließ man altes Handwerk und Brauchtum hochleben.

Von Romana Schuler. Erstellt am 11. September 2019 (12:36)

Im malerischen Mailberg gab es den ganzen Sonntag über buntes Programm – vom Weinviertler Pimperletheater und einem Geschichtenerzähler mit Drehorgel bis hin zur Herstellung von Holzknöpfen, Klöppelstickereien und der Hutmacherei aus Filz wurden altes Brauchtum und Handwerk lebendig gemacht.

Historisch gekleidete Frauen zeigten die fast vergessene Kunst des Spinnens mit Spinnrädern. Sie sehen das Spinnen von Wollfäden in unserer heutigen Zeit als Form von Meditation: Man fühlt sich kurzfristig in eine frühere Welt versetzt, die es nicht mehr gibt, die man aber so wieder aufleben lassen kann.

Stabmarionetten hatten große Auftritte

Gut besucht waren auch die beiden Aufführungen des Pimperletheaters der Musiklehrerin und Kellergassenführerin Ingrid Faltynek, die die kleinen historischen Stabmarionetten vor Jahren in Tschechien erstanden hat. Bei der Aufführung des Stücks „Eulenpresshaus“ – einer Geschichte von einer Eule und einem Kellergassenführer – durfte das Publikum mit Instrumenten mitspielen.

Paul Daniel ist seit über 25 Jahren professioneller Geschichtenerzähler. „Bis vor acht Jahren habe ich immer Musiker engagiert, bis ich meine eigene Drehorgel im Wienerwald bauen ließ. Es gibt nur noch zwei Orgelbauer in ganz Österreich, die so ein Gerät bauen können.“

Die Obfrau des Vereins „Wein4tler Atelierkeller“, Margot Pfeifer, trug natürlich ein stilechtes Dirndl und freute sich, dass die Sonne über Mailberg und der Veranstaltung strahlte.