„Irgendwo rinnt’s!“ Wasser in Wullersdorf wird teurer. Die Bereitstellungsgebühr für Trinkwasser wird in Wullersdorf angehoben, um den Haushalt auszugleichen und zu investieren.

Von Sandra Frank. Erstellt am 13. Mai 2021 (04:08)
Bürgermeister Richard Hogl braucht Geld, um Wasser-leitungen zu sanieren.
ÖVP, ÖVP

Dass die Bereitstellungsgebühren für das Trinkwasser „um 67 Prozent erhöht werden, seh’ ich nicht ein!“, machte FPÖ-Mandatar Ignaz Schnötzinger seinen Standpunkt deutlich, als es um die Wassergebühren ging.

Er müsse für die Wasserentnahme bei seinem Keller nun 100 Euro, statt bisher 60, pro Jahr zahlen. Er beobachte, dass gerade Landwirte die Ortswasserleitung nutzen, um ihre Äcker zu spritzen. „Und zahlen nix!“ Bürgermeister Richard Hogl (ÖVP) widersprach: Das Wasser gebe es nicht zum Nulltarif, jeder, der an Wasser entnimmt, muss auch dafür zahlen. Schnötzinger würde jedenfalls lieber den gesamten Wasserpreis erhöhen. Das wiederrum wollte die ÖVP den Familien nicht zumuten.

Hintergrund der Erhöhung der Bereitstellungsgebühr ist, dass die Gemeinde seit Jahren Probleme mit Wasserverlusten hat. „Irgendwo rinnt’s“, sagt Hogl. Die Leitungen wurden überprüft, einige Rohrbrüche wurden entdeckt. Der Gemeinde seien so 100.000 Euro davongeronnen. „Wir waren schon herunten auf 30.000 Euro“, erklärt Hogl im NÖN-Gespräch, doch die Kosten seien wieder auf 60.000 Euro angestiegen. Das Wasserleitungsnetz müsse dringend saniert werden. Allerdings könne die Gemeinde dafür keinen Kredit aufnehmen, wenn der Gebührenhaushalt nicht ausgeglichen ist. „Wir können nur das investieren, was wir einnehmen“, so der Bürgermeister. Decken sich Einnahmen und Ausgaben, so könne er mit dem Land über einen Kredit sprechen.

100 Euro für Zugang zu Wasser wert

Für ihn ist klar: Die Bereitstellungsgebühr von 100 Euro pro Jahr ist es sicherlich wert, dafür 365 Tage im Jahr 24 Stunden Wasser entnehmen zu können. Die SPÖ enthielt sich auch bei dieser Gebührenerhöhung, Iganz Schnötzinger stimmte dagegen. Die ÖVP und Adolf Zahlbrecht (FPÖ) stimmten für die Erhöhung der Bereitstellungsgebühr. „Er hat’s verstanden und ist mit uns mitgegangen“, freut sich Hogl nach der Sitzung über die Zustimmung des Mandatars.