FPÖ: „Waterboy“ fühlt sich ignoriert. Dass die Grenzen dicht sind, wird in Kleinhaugsdorf zum Problem.

Von Romana Schuler und Christoph Reiterer. Erstellt am 08. April 2021 (04:35)
FPÖ-Gemeinderat Alvin Jones
Romana Schuler

Kleinhaugsdorf mit seinen knapp 30 Einwohnern liegt direkt an der Grenze zu Tschechien und hat keine eigene Wasserleitung. Die Versorgung läuft über hauseigene Brunnen – und mit dem Zukauf von Trinkwasser in Kanistern. „Das hat bisher immer gut geklappt“, sagt Gemeinderat Alvin Jones (FPÖ), der selbst dort lebt. Aber: „Wegen der Grenzschließung können wir die Trinkwasserkanister nicht mehr in der nahen Excalibur City in Tschechien kaufen.“

Darum sei die Wasserversorgung im Dorf zurzeit kritisch, denn das Wasser der Brunnen habe keine Trinkwasserqualität, wie die FPÖ nun durch zwei unabhängige Gutachten bestätigen ließ. „Es ist gesundheitsschädlich“, betonten der freiheitliche Bezirksobmann Christian Lausch und Funktionär Michael Sommer im NÖN-Gespräch.

Leitung von Excalibur nach Kleinhaugsdorf?

Das Wasser sei trotz Aufbereitungsanlage, die manche Bürger installieren ließen, sehr kalkhaltig und zeigt hohe Schadstoffbelastung. „Das ist eine ernste Geschichte, das kann im Jahr 2021 nicht sein“, wettert Lausch, der eine Lösung fordert; etwa den Ankauf eines flexibel einsetzbaren Tankwagens durch die Gemeinde.

„Ideal wäre es, wenn man eine Wasserleitung vom Excalibur nach Kleinhaugsdorf legen könnte“, spricht ÖVP-Bürgermeister Andreas Sedlmayer über seine Wunschlösung. Das würde ein bilaterales Abkommen zwischen den Staaten benötigen. Aber im Moment bewege sich aufgrund der Pandemie in diese Richtung gar nichts. Bei einer öffentlichen Wasserleitung müssten die Bewohner dann aber auch wesentliche Mehrkosten in Kauf nehmen. Der Bürgermeister rät, vorerst das Wasser in Haugsdorf zu holen. Für Jones ist diese Antwort unzureichend: „In Haugsdorf gibt es nur stilles Mineralwasser zu kaufen. Außerdem sind nicht mehr alle Ortsbewohner so mobil“, wirft er ein. Mehr als ein Jahr ist es her, dass er auf die Problematik öffentlich aufmerksam machte und selbst als „Waterboy“ Wasser in den Ort brachte. Eine Reaktion seitens der Gemeinde habe es nie gegeben, ist er enttäuscht: „Jetzt, wo wir zusammenhalten sollten, kommt von der Gemeinde nix!“

„Das stimmt so nicht“, entgegnet Sedlmayer. Jedem Kleinhaugsdorfer sei die Selbstversorgung mit dem Wasser immer bekannt gewesen. „Sollte es sich zu einer akuten Situation entwickeln, wird selbstverständlich Abhilfe geschaffen“, verspricht der Gemeindechef.